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Mangelnde Barrierefreiheit als Dealbreaker für junge Online-Shopper

Paul Anton Mayer ©Marija M. KaniŽaj

Unerwartete Ergebnisse. 49% der Generation Z (15-31 Jahre) brechen Online-Käufe oder Suchvorgänge bei mangelnder Barrierefreiheit ab, so eine Studie. Ältere sind genügsamer.

Wer denkt, digitale Barrierefreiheit sei nur etwas für Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen, irrt gewaltig – zumindest wenn es nach den Autoren einer aktuellen Studie geht: Demnach brechen 49% der Generation Z Online-Käufe oder Suchvorgänge ab, weil Websites schwer zu lesen, hören, bedienen oder verstehen sind.

Für die repräsentative Studie im Auftrag von AccessiWay (ein Anbieter im Bereich der digitalen Barrierefreiheit) wurden von Marketagent 1.057 Interviews mit Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren durchgeführt. Das Sample ist laut den Angaben repräsentativ für die österreichische Bevölkerung und wird in folgende Generationen unterteilt:

  • Gen Z (15-31 Jahre)
  • Millennials (32-45 Jahre)
  • Gen X (46-60 Jahre)
  • Baby-Boomer (61-79 Jahre)

Gen Z will am Bildschirm schnell ans Ziel

Die Gen Z bricht also in 49 Prozent der Fälle Online-Käufe und Online-Suchen aufgrund von digitalen Barrieren ab – deutlich häufiger als die Millennials (38%) oder die Babyboomer (41%).

Das Problem ist nicht, dass sie die gesuchten Inhalte nicht findet. „Die Gen Z hat hohe Ansprüche an digitale Inhalte. Sie verliert rasch das Interesse, wenn Websites unübersichtlich gestaltet sind. Vielen österreichischen Unternehmen ist nicht bewusst, wie groß der Verlust an potenziellen Kund:innen durch fehlende Barrierefreiheit ist“, so Paul Anton Mayer, Chief Growth Officer bei AccessiWay.

Woran Online-Anbieter arbeiten müssen

Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen (53%) hat laut den Angaben Schwierigkeiten bei der Nutzung von Websites, Apps oder Online-Shops. Die größten Hürden sind ablenkende Werbung oder Pop-ups (38%), gefolgt von verwirrender Navigation (31%) und langen Ladezeiten (29%). Jede:r vierte Österreicher:in (25%) klagt über digitale Angebote, die nicht für Mobilgeräte wie Smartphones optimiert sind.

Die AccessiWay-Studie fand außerdem unterschiedliche Herausforderungen für jede Generation, heißt es weiter

  • Zu kleine Schriften sind die größte Barriere für Babyboomer (29%).
  • Eine fehlende Struktur erschwert die Nutzung vor allem für Millennials (25%).
  • Mit einer verwirrenden Navigation kann die Gen X (37%) am schlechtesten umgehen.
  • Auch lange Ladezeiten frustriert die Gen X, aber auch die Gen Z (jeweils 34%).

Barrierefreiheit ist jetzt Gesetz

Seit dem 28. Juni 2025 schreibt das Barrierefreiheitsgesetz in Österreich vor, dass Unternehmen ihre Websites für alle Menschen zugänglich machen müssen, erinnert AccessiWay in der Aussendung (Anm.d.Red: es gibt Ausnahmen, u.a. für Unternehmen mit maximal 10 Beschäftigten – Näheres hier). Eine Website muss zahlreiche Kriterien erfüllen, um als barrierefrei zu gelten. Dazu zählt unter anderem, dass die Navigation ohne Maus möglich sein muss oder dass ein ausreichender Kontrast das Lesen erleichtert.

82% der Österreicher:innen geben laut der Studie an, dass ihnen die Barrierefreiheit digitaler Angebote wichtig ist. „In Österreich gibt es beim Thema digitale Barrierefreiheit dringenden Aufholbedarf. Derzeit erfüllen erst 2% der Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben, die meisten Websites sind nach wie vor nicht für alle Nutzer:innen uneingeschränkt zugänglich“, so Paul Anton Mayer von AccessiWay.

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