Enschede/Hamburg. Ein Projekt mit deutschen und niederländischen Partnern setzt für die letzte Meile auf den Transport mit E-Lastenrädern. Auch Lkw sollen klimafreundlicher unterwegs sein.
Wie können Waren möglichst umweltfreundlich ans Ziel gebracht werden? Diese Frage beschäftigt die Logistikbranche seit langem – und angesichts des steigenden Drucks seitens der Kunden tut sich jetzt viel. Ein Beispiel ist das Projekt Citylogistic 2.0 – das ist ein Konzept für die nachhaltige Paketzustellung in städtischen Gebieten. Das Vorhaben wird im Rahmen des Interreg-Programms der EU gefördert; deutsche und niederländische Partner entwickeln gemeinsam Lösungen für eine emissionsfreie urbane Logistik.
Im Zentrum stehen modulare Mini-Hubs, die als zentrale Zwischenlager dienen und mit sauberer Energie versorgt werden. Von dort aus werden Pakete auf der sogenannten „letzten Meile“ mit elektrisch betriebenen Lastenrädern ausgeliefert. Ziel ist die Reduktion von Diesel-Fahrzeugen, eine geringere Belastung durch Emissionen und eine verbesserte Luftqualität in den Innenstädten.
Hubs mit E-Cargobikes
Die Hubs sind flexibel in Größe und Standort und können den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Ein vernetztes Energiemanagementsystem koordiniert die Versorgung und ermöglicht das Laden der Lastenräder direkt vor Ort. Die Abläufe wurden vorab virtuell von einem niederländischen Unternehmen visualisiert, um eine reibungslose Kooperation zu gewährleisten. Das Projekt bindet verschiedene technische und planerische Ansätze grenzüberschreitend ein, heißt es in einer Aussendung.
Bonprix transportiert mit E-Lkw
Das deutsche Modeunternehmen Bonprix wiederum setzt seit diesem Sommer einen E-Lkw für Fahrten zwischen zwei seiner Niederlassungen ein; damit sollen jährlich rund 46,5 Tonnen CO₂ gegenüber einem Diesel-Lkw eingespart werden. In Zusammenarbeit mit dem Logistikunternehmen SupplyX werde so die Transportkette klimafreundlicher gestaltet. Der E-Lkw transportiert täglich Container vom Hamburger Hafen ins Lager der Hermes Fulfilment GmbH in Haldensleben, das die Waren lagert, kommissioniert und für die europaweite Distribution vorbereitet.
Für den Einsatz kommt Ökostrom zum Einsatz, wodurch die CO₂-Einsparung weiter erhöht werden soll. Bonprix, das zur Otto-Gruppe gehört, will nach eigenen Angaben die Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen stärken, ein Schwerpunkt liege auf der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen in der Lieferkette, insbesondere durch Optimierungen im Inlandstransport.
Emissionsfreier Abschleppwagen in Köln
Ein drittes Beispiel: Der ACV wird ab Anfang 2026 als erster deutscher Automobilclub einen emissionsfreien Abschleppwagen im Alltagsbetrieb einsetzen. Das Pilotprojekt mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw auf Basis eines Mercedes-Atego-Chassis findet im Raum Köln statt. Der Brennstoffzellen-Lkw hat eine Reichweite von etwa 450 Kilometern und kann in rund zehn bis 15 Minuten mit Wasserstoff betankt werden.
Das Fahrzeug wird von Wellmeyer Fahrzeugbau mit einem hydraulischen Schiebeplateau für Abschleppaufgaben umgerüstet, schreibt ACV in einer Aussendung. Die Betankung erfolgt über das Wasserstoffnetz von H2 MOBILITY. Eingesetzt wird der emissionsfreie Abschleppwagen vom ACV-Partner KAD Kölner Abschleppdienst für Einsätze im Rheinland und Umgebung. Weitere Antriebsformen wie batterieelektrische Fahrzeuge würden für die Zukunft nicht ausgeschlossen, heißt es.
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