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Kein Parkplatz? Ein Pilotprojekt soll in den Städten mehr Platz schaffen

Parkplatz suche in Berlin
Berlin (© Wemolo)

Autos & Abstellfläche. Ein Berliner Getränkehändler mit 90 Filialen stellt seine Parkplätze nachts Anrainern zur Verfügung – das Projekt soll Großstädten einen Ausweg aus der Parkplatzmisere zeigen.

In Berlin müssen sich täglich rund ein Drittel der Autofahrer nach einem Parkplatz umsehen, während private Stellflächen im Durchschnitt zu rund 75 Prozent ungenutzt bleiben. Um dieses Paradoxon zu lösen, haben Getränke Hoffmann und das auf digitale Parkplatzlösungen spezialisierte Wemolo eine Kooperation gestartet, in deren Rahmen erstmals Handelsparkplätze für die nächtliche Nutzung geöffnet werden; der Think Tank Urban Places Lab begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich und soll Nutzungsmuster auswerten, heißt es in einer Aussendung.

Die Berlinerinnen und Berliner können über eine digitale Plattform diese Stellplätze ab dem Abend bis zum Morgen buchen, wobei die Preise bei zwei Euro pro Nacht beginnen; es sind aber auch flexible Abonnements für längere Zeiträume verfügbar.

Handelsparkplätze bleiben ungenutzt

Das Projekt startet in den Bezirken Lichtenberg, Prenzlauer Berg und Panketal, die ganz unterschiedliche Herausforderungen im Parkraummanagement aufweisen. Nahe dem  Tierpark Berlin in Lichtenberg wird viel gebaut, was zur Parkplatzknappheit beiträgt. In Prenzlauer Berg wiederum sorgen vor allem Veranstaltungen im Europasportpark für Parkraummangel.

Generell ist die Parkplatzsituation in Berlin geprägt von langen Staus und hohen Gebühren für Anwohnerparkausweise, die ab 2026 deutlich steigen werden. Die erhoffte Lösung: Handelsparkplätze nutzen, die häufig leer bleiben. Die Getränke-Hoffmann-Gruppe betreibt in Berlin rund 90 Filialen.

Keine Schranken, keine Tickets

Wie funktioniert das Ganz technisch? Wemolo setzt auf eine sogeannte Free-Flow-Technologie, bei der KI-Kameras Kennzeichen erfassen und damit Schranken oder Tickets überflüssig machen. Das Münchner Unternehmen managt in ganz Europa derzeit rund 3.500 Standorte mit insgesamt rund 255.000 Stellplätzen, darunter Flächen bei Aldi, Carrefour und McDonald’s.

Das Pilotprojekt wird vom Berliner Senat unterstützt, der eine langfristige Integration privater Parkflächen in das öffentliche System plant. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch anderen europäischen Städten als Vorlage dienen.

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