Open menu
Business, Tools

Logistikbranche: Digitale Transformation dient vorerst nur zum Kostensparen

Sebastian Pieper
Sebastian Pieper (© Strategy& Deutschland)

Österreich. Effizienzsteigerung durch Automatisierung ist für Logistiker eine Möglichkeit, die Digitalisierung zu nutzen – doch das greift zu kurz, meint Berater Strategy&.

Die Transport- und Logistikbranche befindet sich inmitten einer umfassenden digitalen Transformation – so viel steht fest. Doch obwohl 96 Prozent der Unternehmen angeben, ihre Digitalisierung voranzutreiben, gelingt es nur etwa jedem zehnten Betrieb, die neuen Technologien erfolgreich zu skalieren. Das geht auf eine Analyse des Beratungsunternehmen Strategy&, Tochterfirma von PwC, hervor; diese basiert auf einer Befragung von 115 Logistikunternehmen im DACH-Raum.

Effizienz statt Innovation

Viele Firmen konzentrieren sich laut einer Aussendung von Strategy& nämlich vor allem auf Effizienzsteigerungen im eigenen Betrieb, während die Erschließung innovativer Geschäftsfelder oft zu kurz kommt. So automatisieren 76 Prozent der Logistiker beispielsweise Prozesse wie Tourenplanung, Lagerhaltung oder Verwaltung. Zusätzlich nutzen über die Hälfte Business-Intelligence-Lösungen zur Optimierung der Kapazitätssteuerung, und 44 Prozent investieren in IT- und Cloud-Infrastruktur.

Die Nutzung von generativer KI wird von der Branche als wichtiger Hebel für Fortschritt gesehen, denn je nach Marktsegment werden damit Profitabilitätssteigerungen von bis zu 4,4 Prozentpunkten erwartet. Dennoch haben erst drei Prozent der Unternehmen diese Art der KI unternehmensweit integriert, obwohl sich fast 80 Prozent mit der Technologie beschäftigen.

Logistische Kernprozesse vernachlässigt

Sebastian Pieper, Director bei Strategy& Deutschland, meint laut Aussendung, dass GenAI vor allem in etablierten Bereichen wie Finanzwesen und Marketing genutzt werde, jedoch für die logistischen Kernprozesse wie Tourenplanung und Kundenanalyse noch mehr Potenzial bestehe. Ein zentrales Hindernis der Transformation sind seiner Meinung nach weniger technische, sondern organisatorische Faktoren: Viele Unternehmen fehlen klare strategische Prioritäten und die Zustimmung der Mitarbeitenden. Fast die Hälfte der Betriebe sieht fehlende Führungskompetenz als Problem, und ein Drittel scheitert an Widerständen im Team. Zudem ist in vielen Unternehmen der Erfolg der Digitalisierung unzureichend messbar, da ein Viertel keine Erfolgskontrolle etabliert hat.

Pieper hebt hervor, dass eine strategische Programmleitung notwendig sei, um Entscheidungen zu treffen, Risiken zu managen und den Business Case im Blick zu behalten. Er sieht die Branche in einem Spannungsfeld, in dem digitale Vorreiter profitieren, während andere Unternehmen die strategische Lücke droht. Wer es schaffe, technische Innovationen mit einer konsequenten Führung und Messbarkeit der Ergebnisse zu verbinden, könne sich indes auf dem wettbewerbsintensiven Markt behaupten.

Täglich aktuell über Neues informiert werden:

Weitere Meldungen:

  1. NIU answers: KI-Assistent für Nachhaltigkeit von Manz
  2. „Banken werden bis 2030 rund 30% ihrer Beschäftigten verlieren“
  3. Post AG kauft EUShipments.com, Schönherr Bulgarien hilft
  4. Was die Fraunhofer-KI nach zwei Jahren Praxis-Einsatz gebracht hat

Schreiben Sie einen Kommentar