Umweltwissenschaften. An der Universität Wien wird nun mit einer Christian Doppler-Förderung erforscht, wie wasserlösliche Polymere am besten abgebaut werden.
An der Universität Wien wurde ein neues Christian-Doppler-Labor für den biologischen Abbau wasserlöslicher Polymere am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften (Cemess) eröffnet. Das Labor widmet sich der Erforschung der chemischen und mikrobiologischen Prozesse, die dem Abbau dieser Polymere zugrunde liegen. Wasserlösliche Polymere sind wichtige Bestandteile in vielen Körperpflege- und Haushaltsprodukten und werden jährlich in Millionen Tonnen produziert. Nach der Verwendung gelangen diese Stoffe allerdings ins Abwasser, was eine Wiederverwertung erschwert. Der nachhaltige Umgang mit den Polymeren am Ende ihres Lebenszyklus stellt deshalb eine große Herausforderung dar.
Neue Schlüsselfaktoren im Fokus
Die Forschung konzentriert sich im Speziellen auf biologisch abbaubare Hochleistungspolymere, deren Verhalten in der Umwelt bisher nur zum Teil verstanden wird. Ziel ist es, Schlüsselfaktoren zu identifizieren, die den Abbau und die Wechselwirkungen mit dem Umweltmikrobiom beeinflussen. Außerdem werden polymer- und umweltspezifische Analysen entwickelt, um die Prozesse präzise zu erfassen, heißt es in einer Aussendung der Universität.
Das Forschungsvorhaben soll eine wissenschaftliche Basis für die Entwicklung und Regulierung biologisch abbaubarer Polymere geschaffen werden. Christian Doppler Labors fördern die Zusammenarbeit zwischen exzellenten Forscherinnen bzw. Forschern und der Privatwirtschaft; sie werden gemeinsam von öffentlichen Förderern und Unternehmen finanziert.
Zumstein und Steininger-Mairinger an der Spitze
- Leiter des Labors ist Michael Zumstein, der als Biochemiker seit 2021 an der Universität Wien forscht. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann an der ETH Zürich und führte ihn unter anderem an die Cornell University sowie zur Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz. An der Universität Wien arbeitet er am Department für Umweltgeowissenschaften und ist in Forschungsverbünden und Exzellenzclustern zu Umwelt- und Mikrobiomthemen engagiert.
- Teresa Steininger-Mairinger, Assistenzprofessorin für Analytische Chemie an der BOKU University, leitet die Entwicklung analytischer Methoden mittels Chromatographie, Massenspektrometrie und Ionenmobilität. Sie ist außerdem wissenschaftliche Leiterin der Core Facility Massenspektrometrie an der BOKU und in Fachverbänden auf nationaler und europäischer Ebene aktiv. Gemeinsam mit ihren Teams und dem Industriepartner BASF SE bilden sie das multidisziplinäre Forscherteam.
