Umfrage. Laut einer aktuellen Studie von PwC und Urban Land Institute bewerten rund 70 % der Immobilienprofis die Deglobalisierung als großen Risikofaktor für die Immobilienbranche.
Rund 70 % der befragten Immobilienexperten in Europa betrachten die Folgen der Deglobalisierung kritisch – mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Deglobalisierung gilt damit als einer der zentralen Risikofaktoren für die Branche im kommenden Jahr: Sie schränke internationale Kapitalströme ein, verstärke regionale Unterschiede und mache Transaktionen komplexer, so die Ergebnisse der aktuellen Studie „Emerging Trends in Real Estate 2026“, die jährlich vom Beratungsunternehmen PwC in Kooperation mit dem Urban Land Institute (ULI) veröffentlicht wird.
Als größte Herausforderungen für die Branche sehen die Befragten laut einer Aussendung die zunehmende geopolitische Unsicherheit (90 %) sowie den wachsenden Druck, ausreichend leistbaren Wohnraum zu schaffen (79 %). „Die Immobilienwelt ist derzeit alles andere als ruhig: Hohe Baukosten, ein anspruchsvolles Finanzierungsumfeld und zunehmend knappe Flächen stellen die Branche täglich vor neue Aufgaben. Gerade darin liegt aber ihre Chance. In diesem Umfeld entstehen spannende Entwicklungen: von nachhaltigen Projekten über intelligente Mixed-Use-Konzepte bis hin zu neuen Investitionsmöglichkeiten im In- und Ausland“, so Marius Richter, Real Estate Leader bei PwC Österreich.
Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass sich die Wachstumsdynamik deutlich von klassischen Core-Segmenten hin zu operativen, „infrastrukturähnlichen“ Assetklassen verlagert. Rechenzentren und neue Energieinfrastruktur führen demnach die Sektorrankings an – trotz bislang vergleichsweise geringerer Kapitalzuflüsse. „Investoren orientieren sich stärker an langfristigen Trends wie Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung und suchen nach Assets, die stabile Nachfrage mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden“, so Birgit Kraml, Vorsitzende des Urban Land Institute Österreich und Partnerin bei DLA Piper.
Städte-Ranking: Wien fällt auf Platz 17
Wie in den Vorjahren beinhaltet die Studie ein Ranking, das auf der Einschätzung der befragten Immobilienmanager zu den attraktivsten europäischen Investitionsstandorten basiert. Berücksichtigt werden unter anderem die Zukunftsaussichten der Städte in puncto Rendite und Entwicklung.
London (1), Madrid (2) und Paris (3) sind wie im Vorjahr Spitzenreiter unter den europäischen Investitionsstandorten. Die weiteren Top-10-Städte im Ranking sind Berlin (4), Amsterdam (5), München (6), Mailand (7), Barcelona (8), Frankfurt (9) und Hamburg (10). Wien fällt von Platz 13 im Vorjahr auf Platz 17.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) nimmt laut Studie rasant zu: 75 % der Unternehmen nutzen demnach bereits KI-basierte Lösungen (2024: 51 %). Nur noch 21 % der Befragten sehen ESG als strategischen Haupttreiber für die kommenden fünf Jahre (Vorjahr: 40 %). Gleichzeitig wird die Verbindung von ESG-Leistung und Wertsteigerung stärker eingefordert, so PwC.
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