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Business, Steuer

PwC-Studie: So bremst die Unternehmenskultur die Transformation

Tobias Kirchebner ©PwC Österreich

Krisen & Heilmittel. Nicht fehlendes Budget oder fehlende Managementunterstützung bremsen die Transformation in Österreichs Unternehmen, sondern vor allem die Unternehmenskultur, so PwC.

Die aktuelle Wirtschaftslage, Künstliche Intelligenz und steigende Kundenerwartungen zwingt viele Firmen dazu sich anzupassen. Sogenannte „agile Organisationen“ können dabei besonders schnell auf Veränderungen reagieren, heißt es bei PwC Österreich – wo man  dazu gemeinsam mit dem Project Management Institute (PMI) eine Studie durchgeführt hat. Denn bei der praktischen Umsetzung scheinen sich die Dinge doch irgendwie zu spießen.

Bezüglich der Umsetzung von „agilen Arbeitsweisen“ kommt die Studie demnach zu folgendem Ergebnis: Nicht fehlendes Budget oder das Management bremsen oft bei der Umsetzung, sondern meist blockiert eine eingefahrene Unternehmenskultur den Erfolg. Für die Studie wurden im Zeitraum Juni bis September 2025 rund 50 Unternehmen befragt.

Von der IT-Methode zum Organisationsprinzip

Agile Arbeitsweisen wurden lange vor allem in der IT eingesetzt. Heute betrachten sie nur noch 6 % der Unternehmen als reines IT-Thema, 2023 waren es noch 13 %. Agilität wird zunehmend organisationsübergreifend genutzt:

  • 14 % der Unternehmen setzen flexible Methoden in der Mehrheit der Projekte ein.
  • Besonders häufig kommen sie bei der Einführung neuer Services und Produkte (34 %) sowie
  • in digitalen Projekten (31 %) zum Einsatz.

„Wir sehen einen klaren Perspektivenwechsel in Österreichs Unternehmen. Agilität ist keine reine IT-Methode mehr, sondern eine strategische Haltung, die das ganze Unternehmen betrifft. Das sagen auch sechs von zehn Befragten. Für sie ist Anpassungsfähigkeit eine organisatorische Haltung“, so Tobias Kirchebner, Agile Lead bei PwC Österreich.

Diese Entwicklung zeigt sich laut Umfrage auch in den Zukunftserwartungen:

  • 30 % der heimischen Unternehmen rechnen damit, dass agile Methoden bis 2027 strategisch in ihrer Organisation verankert sind.
  • Bei der letzten Umfrage im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 10 % und hat sich also innerhalb von zwei Jahren verdreifacht.

Kundenzufriedenheit und Effizienz

Um den Erfolg agiler Arbeitsweisen zu messen, setzen Österreichs Unternehmen auf klare Kennzahlen: Laut Umfrage ist vor allem die Kundenzufriedenheit wichtig (25 %). Gleichzeitig gewinnt Effizienz im Hinblick auf die angespannte Wirtschaftslage an Bedeutung: Kürzere Projektlaufzeiten werden immer wichtiger (2025: 21 % statt 13 % in 2023), genauso wie die Kontrolle der Implementierungskosten (2025: 14 % statt 2 % in 2023).

„Agilität wirkt dann, wenn sie messbar ist. So lässt sich Wandel aktiv steuern und Chancen sowie Risiken können rechtzeitig erkannt werden. Messbarkeit ist die Grundlage für nachhaltige Umsetzung in agilen Unternehmen“, so Ursula Wirsching, Agile Lead bei PMI Austria.

Kulturwandel als Schlüsselhürde

Agile Transformationen stoßen aber auch auf Hürden. Die größte Hürde bildet dabei die Unternehmenskultur:

  • 27 % der befragten Unternehmen sehen ihre Kultur zu stark in traditionellen Methoden verwurzelt (2023: 23 %).
  • Auch der Widerstand gegenüber Veränderungen ist eine zentrale Herausforderung (15 %).
  • Deutlich seltener werden hingegen fehlende Unterstützung vom Management (13 %) und
  • Budgetmangel (4 %) als Hürden genannt.

„Die größten Bremsen sind nicht Budget oder Tools, sondern die Kultur. Wer Agilität verankern will, muss an der Unternehmenskultur arbeiten, beispielswiese mit gezielten Trainings und Skill-Aufbau in allen Teams. Denn Veränderungen sind eine Chance, um schneller zu lernen, Kundennutzen zu steigern und die Organisation zukunftsfähig zu gestalten“, so Kirchebner.

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