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155 Mio. Euro-Pleite von LL-resources GmbH: Die Kanzleien

Mario Leistentritt, Clemens Jaufer ©Jaufer Rechtsanwälte / C. Strobl

Graz. Jaufer Rechtsanwälte ist Insolvenzverwalter bei der Rekordpleite der LL-resources GmbH. Auch Muhri & Werschitz, E+H und Schönherr sind aktiv.

Die auf Insolvenzrecht spezialisierte steirische Kanzlei Jaufer Rechtsanwälte übernimmt die Insolvenzverwaltung der LL-resources GmbH, die kürzlich als größte Insolvenz des noch jungen Jahres 2026 bekannt wurde, so eine Aussendung.

  • Das Insolvenzgericht in Graz hat Kanzlei Jaufer unter Federführung der Partner Mario Leistentritt und Clemens Jaufer mit der Abwicklung der Insolvenz beauftragt. Das Team besteht aus Mario Leistentritt (Masseverwalter), Clemens Jaufer (Masseverwalter-Stellvertreter) und den beiden senior Associates Rupert Elsner (M&A) und Nina Lurf sowie junior Associate Stefanie Hiemesch (beide Insolvenzrecht).
  • Die Schuldnervertretung liegt laut den Angaben bei Muhri & Werschitz Rechtsanwälte in Graz.
  • Bankenvertreter sind E+H Rechtsanwälte (Marcus Benes) und Schönherr Rechtsanwälte (Miriam Simsa).

Der Insolvenzfall

Über die Grazer LL-resources GmbH ist am 05.01.2026 am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das international tätige Rohstoff- und Handelsunternehmen mit der Ausrichtung auf Vertrieb und Produktion von mineralischen Rohstoffen und metallurgischen Produkten hat wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag kurz vor dem Jahreswechsel gestellt. Nach den Angaben des Unternehmens belaufen sich die Aktiva zu Buchwerten auf 155 Millionen Euro, denen Passiva von 145 Millionen Euro gegenüberstehen – es besteht also offenbar keine Überschuldung, so die Gläubigerschützer des AKV.

Die LL-resources wurde 2011 gegründet und hat mehrere Tochterunternehmen, teils in anderen europäischen Ländern, den USA und den Sultanaten von Oman. Die Geschäftsaktivitäten umfassen den weltweiten Handel mit Ferrolegierungen, Stahlprodukten, Schrott, Kohle, Bitumen, Düngemitteln und weiteren Materialien, ergänzt durch Dienstleistungen in den Bereichen Supply-Chain-Management, Rohstoffbeschaffung und Beratung entlang der Wertschöpfungskette.

Als Ursache wurden vom Unternehmen im Insolvenzantrag Unstimmigkeiten bei zum Factoring eingereichten Rechnungen in Millionen-Euro-Höhe und über einen längeren Zeitraum angegeben. Im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung seien in der Vergangenheit gestellte Kundenrechnungen zu 95 Prozent vorfinanziert worden. Aufgrund der Ungereimtheiten sei das Factoring eingestellt und im November 2025 ein früherer Geschäftsführer abberufen worden. Weiters wurde Sebastian Beuerle zum neuen Geschäftsführer bestellt, der das Vertrauen der geschädigten Banken genießen soll, heißt es dazu beim AKV.

Die Aufgabe

„Die Insolvenzabwicklung steht vor vielen Herausforderungen, darunter zuallererst den vorhandenen Warenbestand und die dafür erforderliche logistischen Ressourcen kurzfristig freizumachen, um die spezifischen Rohstoffwaren bestmöglich und raschest verwerten und Schäden durch Lieferausfälle bei Kunden soweit möglich verhindern zu können“, so Mario Leistentritt. „Außerdem sind wir intensiv damit beschäftigt, für das umfassende Beteiligungsvermögen, das sowohl Produktion und Handel macht, einen international ausgerichteten Verkaufsprozess durchzuführen, um für die Gläubigern – Finanz- und Lieferantengläubiger – eine möglichst hohe Refinanzierungsquote zu erzielen“, so Clemens Jaufer hinzu.

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