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Österreichs CEOs im Stimmungstief: Dagegen hilft KI, so PwC

Rudolf Krickl ©PwC

Umfrage. Österreichische CEOs sind derzeit viel pessimistischer als ihre ausländischen Kollegen. KI könnte ihnen die nötige Zeit zum Turnaround bringen, meint PwC.

Österreichische CEOs blicken nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre deutlich pessimistischer in die Zukunft als ihre internationalen Kolleg:innen. Nur ein Viertel (24%) erwartet ein Wirtschaftswachstum – global sind es mit 61% mehr als doppelt so viele. Diese Ergebnisse entstammen dem 29. Global CEO Survey von PwC, für das weltweit 4.454 CEOs aus 95 Ländern befragt wurden, darunter 34 aus Österreich, so eine Aussendung.

Zu beachten ist allerdings der Befragungszeitraum: Er lief von 30. September bis 10. November 2025. Eine Besserung der Stimmung, wie sie u.a. der Einkaufsmanagerindex der UniCredit Bank Austria für das Jahresende in Österreich festgestellt hat, ist hier also noch nicht abzulesen.

Wenig Hoffnung für das eigene Business

Besonders auffällig sei das gedämpfte Vertrauen der CEOs in die eigene Geschäftsentwicklung, so PwC: Lediglich 12% der österreichischen Führungskräfte sind zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Weltweit liegt dieser Wert bei 30% und hat auch hier den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre erreicht.

Die Ursachen für die gedämpfte Stimmung sind vielfältig: Makroökonomische Unsicherheiten (24%), Cyberrisiken (24%) und Inflation (18%) beschäftigen österreichische Führungskräfte am meisten. Die CEOs müssen sich auf die Bewältigung dieser Herausforderungen konzentrieren und haben wenig Zeit für strategische Entscheidungen. So verbringen die österreichischen Führungskräfte 56% ihrer Zeit mit dem Lösen kurzfristiger Probleme, widmen aber nur 11% ihrer Aufmerksamkeit langfristiger Planung über fünf Jahre.

Immer zu wenig Zeit für die wichtigen Dinge

„Der Zeitmangel für strategische Themen ist alarmierend, denn die Weichen für die Zukunft werden heute gestellt“, so Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. Er meint, dass die CEOs u.a. durch den Einsatz von KI mehr Freiräume für sich schaffen sollen. Der KI-Einsatz österreichischer Unternehmen stecke allerdings vielerorts noch in den Kinderschuhen. Nur knapp zwei von zehn der heimischen CEOs (18%) haben durch KI-Einsatz höhere Umsätze erzielt. Die Mehrheit experimentiert zwar, nutze KI aber noch nicht strategisch als Hebel für den Geschäftserfolg.

Allerdings: 68% der österreichischen CEOs beschäftige die zentrale Frage, ob sie ihr Unternehmen schnell genug transformieren können, um mit technologischen Entwicklungen und KI Schritt zu halten. Unternehmen, die Innovationen vorantreiben, profitieren deutlich, so PwC: So geben 29% der CEOs in Österreich an, bereits 10 – 20% ihres Gesamtumsatzes mit Produkten und Dienstleistungen zu generieren, die in den letzten drei Jahren neu eingeführt wurden (was aber nicht unbedingt etwas mit KI zu tun haben muss, Anm.d.Red.).

Indien zeigt als Investitionsziel auf

Mehr als die Hälfte (51%) der CEOs weltweit plant im kommenden Jahr im Ausland zu investieren, in Österreich sind es knapp 40%. Bei der Wahl der Zukunftsmärkte setzen österreichische Führungskräfte weiterhin auf die USA und Deutschland (jeweils 24%), obwohl der Zugang zum US-Markt durch Zölle und Handelsbarrieren zunehmend erschwert wird. Im globalen Vergleich dominieren die USA mit 35%, gefolgt von Indien sowie Großbritannien und Deutschland (jeweils 13%).

Gleichzeitig wird Indien exponentiell an Bedeutung gewinnen, so PwC: Bislang sehen zwar erst 6% der österreichischen CEOs den südasiatischen Markt als Investitionsziel vor und liegen damit deutlich unter dem globalen Schnitt von 13%, doch der Anteil verdoppelt sich Jahr für Jahr. China liegt als Investitionsziel mit nur 3% deutlich dahinter (global: 10%). Diese asiatischen Innovations- und Kostenstandorte werden in Zeiten wachsender Handelskonflikte zum strategischen Vorteil.

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