Big Four. Der Startup-Gründer Patrick Ratheiser wird Director und „Head of AI“ bei EY Österreich.
EY verstärkt sein Tech-Consulting-Team mit Patrick Ratheiser, der künftig als Director bei EY Österreich die Rolle des Head of AI übernimmt, so eine Aussendung. Die Directors sind bei den Big Four üblicherweise die zweithöchste Mangement-Ebene (d.h. unterhalb des Partner-Levels).
Susanne Zach, Partnerin und Leiterin AI & Data für bei EY Österreich: „Künstliche Intelligenz verändert unsere Branche grundlegend. Wir investieren gezielt in Know-how, Tools und interdisziplinäre Teams, um KI verantwortungsvoll und wirksam in die Unternehmenspraxis zu bringen. Mit Patrick Ratheiser gewinnen wir einen erfahrenen Gestalter, der Strategie und Umsetzung konsequent zusammenführt.“
Die Laufbahn
Ratheiser war Gründer und CEO des österreichischen KI-Unternehmens Leftshift One und verfügt laut den Angaben über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im KI- und Technologiebereich. Er habe Leftshift One von der Startphase zu einem international tätigen Anbieter für KI-Lösungen aufgebaut, den Aufbau skalierbarer Plattformen verantwortet und zahlreiche KI-Implementierungen in unterschiedlichen Branchen begleitet.
Vor der Gründung von Leftshift One war er unter anderem Projektmanager und Agile Coach bei BearingPoint. Ratheiser habe mehr als 170 KI-Projekte in internationalen Unternehmen umgesetzt und über 250 Vorträge zu KI-Strategie, generativer KI und Transformation gehalten.
EY setzt auf End-to-End-KI-Transformation
Mit Ratheiser stärke EY gezielt jene Bereiche, die in der Praxis für den nachhaltigen Erfolg von KI-Initiativen entscheidend sind. Der Fokus liege dabei auf der Überführung von KI-Projekten aus der Konzept- und Pilotphase in den produktiven Betrieb, auf der Integration von KI in bestehende Geschäftsprozesse sowie auf der langfristigen Verankerung von KI-Kompetenzen in Organisationen.
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf dem Aufbau von AI Literacy in Unternehmen, also Mitarbeitende und Führungskräfte zu befähigen, KI sinnvoll, verantwortungsvoll und wirksam einzusetzen. „Viele Unternehmen haben heute beeindruckende Proof-of-Concepts – aber zu wenige produktive KI-Systeme mit messbarem Business Impact“, so Ratheiser.
EY investiere weltweit jährlich über eine Milliarde US-Dollar in AI-First-Plattformen und -Produkte wie KI-Agenten, KI-gestützte Audit-Tools und über 100 interne Anwendungen, die EY selbst als „Client Zero“ produktiv einsetze. Weltweit arbeiten rund 15.000 EY-Mitarbeitende an KI-bezogenen Projekten, der globale KI-bezogene Umsatz wuchs zuletzt um 30 Prozent. In Österreich verzeichnete EY zuletzt ein Plus von mehr als 50 Prozent bei KI-Projekten, heißt es – insbesondere in den Bereichen Finance, Controlling, Tax, Human Resources und Produktion.
Auch Unternehmen sollen von KI profitieren
Seit 2025 greifen erste Vorgaben des AI Acts der Europäischen Union, Compliance werde damit selbst zum Wachstumstreiber. Gleichzeitig zeige sich in der Praxis: Viele Unternehmen zögern noch. „Wir sehen zwei zentrale Hürden“, sagt Zach. „Ein fehlendes Verständnis dafür, was mit KI konkret möglich ist – und Unsicherheit darüber, ob sich Investitionen wirklich rechnen.“ Erfolgreiche Projekte kombinierten daher Strategie, Governance, konkrete Use Cases und Change Management.
Laut EY European AI Barometer 2025 nutzen in Österreich bereits 73 Prozent der Befragten KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Übersetzungstools, 57 Prozent haben im vergangenen Jahr an KI-Schulungen teilgenommen.
Gleichzeitig berichten 56 Prozent der Unternehmen von Einsparungen oder Gewinnsteigerungen durch KI – im Schnitt rund 6,24 Mio. Euro bei jenen mit positiven Effekten. Dennoch bleibe der Reifegrad vieler Organisationen niedrig, insbesondere bei Data Governance und ethischen Leitlinien.
Auf den richtigen Ansatz kommt es an
Eine Untersuchung von PwC hat zuletzt sogar eher enttäuschende Ergebnisse aufgezeigt: Demnach sehen über 56 Prozent der weltweit befragten CEOs bislang keine Verbesserung der Geschäftsergebnisse durch ihre eigenen KI-Projekte, in Deutschland sind sogar zwei Drittel dieser Ansicht.
„Künstliche Intelligenz ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine neue Art zu arbeiten“, so Ratheiser. „Wer heute nur punktuell automatisiert, wird morgen von jenen überholt, die KI als architektonisches Prinzip verstehen. Wir wollen Unternehmen nicht nur beim Experimentieren begleiten, sondern beim nachhaltigen Umbau ihrer Organisation.“
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