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Autokonzern Daimler setzt auf Open Source-KI LibreChat

LibreChat im Einsatz bei Daimler Truck ©Daimler Truck AG

Digitale Souveränität. Daimler Truck startet die KI-Plattform LibreChat: Die Open-Source-Lösung wird weltweit für alle Beschäftigten ausgerollt.

Daimler Truck hat die KI-Plattform LibreChat im Unternehmen eingeführt: Die Open-Source-Lösung steht allen Beschäftigten weltweit zur Verfügung, so eine Aussendung. Damit gehe Daimler Truck einen eigenständigen, zukunftsweisenden Weg bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz (KI).

Als eines der ersten DAX-40-Unternehmen verfolge der Nutzfahrzeughersteller eine KI-Strategie, die gezielt auf wichtige Open-Source-Technologien setzt. Eine Anwendung wie LibreChat wird kontinuierlich mit eigenen Kompetenzen weiterentwickelt, wobei alle Weiterentwicklungen der Community zur Verfügung gestellt werden – so der Grundgedanke (und die rechtlich prägende Eigenschaft) von Open Source.

Die Plattform

LibreChat ist eine KI-Plattform, die auf verschiedene Sprachmodelle wie GPT, Claude oder Bildgenerierungsassistenten wie DALL·E zurückgreift. Beschäftigte können zudem individuelle Agenten und Chatbots erstellen und diese mit Kolleginnen und Kollegen teilen, heißt es weiter.

Andrea Seidel, Head of IT Transformation bei Daimler Truck: „Mit LibreChat gehen wir neue Wege und schaffen einen unternehmensweiten Zugang zu Künstlicher Intelligenz. KI und dessen Innovationskraft wird nun für all unsere Mitarbeitenden bei Daimler Truck erlebbar. Durch den Open-Source Ansatz von LibreChat arbeiten wir gemeinsam mit Entwicklern weltweit an einer Plattform, die Zugang zu KI für unsere Mitarbeiter ermöglicht, ohne von einzelnen Unternehmen abhängig zu sein – und damit das Innovationspotenzial unserer Organisation nachhaltig stärkt.“

Nicht auf einen Anbieter verlassen

Daimler Truck biete seinen Beschäftigten auch KI-Anwendungen anderer Hersteller an, will sich aber nicht allein auf fertige KI-Komplettlösungen verlassen: Mit dem Einsatz von LibreChat stärke das Unternehmen, seine technologische Unabhängigkeit und steuere die Weiterentwicklung der Plattform.

Dies ermögliche die gezielte Anpassung an interne wie externe Anforderungen, sorge für eine transparente und effiziente Kostenstruktur und gewährleiste die Einhaltung von Regularien und Sicherheitsstandards.

Konzernvereinbarung für KI

Daimler Truck und der Gesamtbetriebsrat gestalten dabei den Einsatz von KI gemeinsam, heißt es weiter – mit dem Ziel, Innovation und Mitbestimmung in Einklang zu bringen, sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz sicherzustellen. Zu diesem Zweck wurde eine entsprechende Konzernbetriebsvereinbarung zum Einsatz und Umgang mit KI verabschiedet.

Darin sind auch gezielte Qualifizierungen enthalten. Seit Anfang 2025 laufe eine „KI-Lernoffensive“, die in mehreren Sprachen und an allen Daimler Truck Standorten weltweit angeboten werde.

Mit LibreChat stehe die Weiterentwicklung automatisierter Workflows sowie der Einsatz von KI-Agenten im Fokus, die eine Vielzahl von Aufgaben parallel übernehmen können. Seit der Pilotphase und dem anschließenden unternehmensweiten Start haben mehrere tausend Nutzerinnen und Nutzer bei Daimler Truck bislang über 3.000 KI-Agenten mit verschiedensten Funktionen erstellt und bis heute integriert. Die erforderliche technische Infrastruktur wird von AWS bereitgestellt.

Keine Daten-Weitergabe

Die Cloud-Umgebung ermögliche Daimler Truck eine flexible Skalierung und Anpassung der Plattform an wechselnde Anforderungen. So wurden unter anderem Funktionalitäten gezielt vor dem Start von und für Daimler Truck entwickelt und implementiert, wie beispielsweise ein SharePoint Connector.

Alle KI-Modelle werden durch den Cloud Partner betrieben; eingegebene Daten und Informationen werden nicht an die Hersteller der KI-Modelle weitergegeben.

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