Tax & Takeover. Der deutsche Prüf- und Beratungsmulti Rödl mit 6.000 Beschäftigten holt die Wiener Kanzlei Causa an Bord. Österreich ist „wichtiger Quellmarkt“, so Niederlassungsleiter Koschier.
Die internationale Wirtschaftskanzlei Rödl mit Sitz in Nürnberg übernimmt die österreichische Kanzlei Causa aus Wien: Damit stößt wie berichtet ein 28-köpfiges Team zum Wiener Standort von Rödl. Die deutsche Großkanzlei ist in Unternehmens- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung aktiv und hat 6.000 Beschäftigte, womit sie zu den großen Vertretern ihrer Art gehört und alle österreichischen Konkurrenten deutlich übertrifft, allerdings bei weitem nicht die Dimensionen der „Big Four“ (Deloitte, EY, KPMG, PwC) erreicht.
Rödl ist auf mittelständische Klienten spezialisiert, was freilich in den Augen österreichischer Marktteilnehmer auch recht große Unternehmen einschließt. Marco Koschier, Partner bei Rödl und seit 2024 verantwortlicher Niederlassungsleiter für Österreich, schildert gegenüber Extrajournal.Net die Motivation hinter der Übernahme von Causa und die Strategie von Rödl bei der Expansion.
„Ein spannender Markt“
Rödl vergrößert durch die Übernahme der Kanzlei Causa das Team in Österreich. „Österreich war für uns schon immer ein spannender Markt – und er bleibt es. Die Nachfrage nach hochwertiger, unabhängiger Beratung ist konstant hoch“, so Koschier: „Gleichzeitig ist Österreich ein wichtiger Quellmarkt: Viele Unternehmen agieren international und suchen einen Partner, der lokale Verlässlichkeit mit globaler Perspektive verbindet. In diesem Umfeld sind wir seit Jahrzehnten zuhause.“
Die Integration von Causa habe sich „sehr stimmig“ angefühlt, das Team „ergänzt uns fachlich hervorragend, und menschlich hat es von Beginn an gepasst. Solche Konstellationen entstehen nicht jeden Tag – umso mehr freut es uns, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, die so natürlich zusammenfindet“, so Koschier. Der ist selbst übrigens Wiener mit steirischen Wurzeln, weshalb er von deutschen Mittelständlern „neben Fachwissen besonders für seine interkulturelle Kompetenz für österreichische Vorhaben“ geschätzt werde, wie es im Kurzprofil der Kanzlei heißt.
Noch nicht das Ende der Fahnenstange
Auch künftig „bleiben wir offen für Gespräche, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, so Koschier. Rödl sei allerdings ein inhabergeführtes Unternehmen, das nachhaltig wachse und auf gemeinsame Werte setze – man sei kein „Aufkäufer“ und wachse nicht um jeden Preis. „Aber wenn eine Möglichkeit fachlich und strategisch überzeugt und menschlich harmoniert, schauen wir uns das sehr genau an.“
Ausgebaut werde die Präsenz in Österreich bereits seit dem Jahr 2010. Dabei sieht sich die deutsche Großkanzlei auf dem Markt schon weit gekommen: Man habe sich in dieser Zeit als verlässlicher Partner etabliert – „mit lokaler Expertise, internationalem Anspruch und einem klaren Fokus auf langfristige Beziehungen“. Rödl sehe sich dabei als „natürlicher Partner für deutsche Unternehmen im Land“, will durch die „breite Präsenz in Europa und weltweit“ aber auch für österreichische Unternehmen attraktiv sein.
„Wir sind ein Unternehmen, kein Netzwerk“
Die Übernahme und Integration von Causa werde nun „Schritt für Schritt“ angegangen. Die Partner der Wiener Kanzlei übernehmen im Gefüge der Großkanzlei „führende Rollen in Wien und sind von Anfang an Teil unseres Teams. Wir schaffen keine parallelen Strukturen, sondern integrieren, was zusammengehört“, heißt es.
Der Leitgedanke dahinter laute Integration – im Gegensatz zu auf Kooperation aufgebauten Kanzlei-Netzwerken. „Wir sind kein Netzwerk, sondern ein Unternehmen“, so Koschier. Aktuell ist Rödl in rund 50 Ländern mit 117 eigenen Standorten vertreten. Die Services seien über alle Disziplinen und Standorte hinweg einheitlich integriert – das schaffe Orientierung und Vertrauen, unabhängig davon, an welchem Standort ein Klient mit der Kanzlei zusammenarbeite. Bestehenden bzw. künftigen Partnerinnen und Partnern biete man weltweit die gleichen Perspektiven bzw. Karrieremöglichkeiten.
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