Open menu
Finanz, Recht, Tools

Pilotversuch: Die Erste will die erste quantenverschlüsselte Bank werden

Erste Campus Gartendeck ©Erste Bank / Christian Wind

Neue Sicherheitstools. Die Erste Group hat als erste europäische Bankengruppe den kommerziellen Einsatz von verschränkungsbasierter Quantenverschlüsselung getestet.

Die Erste Group hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen zerothird und A1 eine kommerzielle Quanten-Sicherheitslösung erfolgreich in die bestehende Glasfaser-Infrastruktur der Bank integriert. Die dem Pilotversuch in Wien zugrundeliegende Technologie der verschränkungsbasierten Quantenverschlüsselung (Entangled Quantum-Key-Distribution, eQKD) basiere auf österreichischer Nobelpreisforschung.

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Wien plane die Erste Group, ihre internationale Bankeninfrastruktur in Zukunft schrittweise mit quantensicheren Lösungen aufzurüsten. „Europa und Österreich sollten ihr Potenzial nicht unterschätzen. Gemeinsam mit A1 und zerothird zeigen wir, was erreicht werden kann. Wir bereiten unsere Infrastruktur für die Ära der Quantenkommunikation vor, eine Ära, in der klassische digitale Verschlüsselung keinen ausreichenden Schutz mehr bieten wird“, meldet sich Peter Bosek, CEO der Erste Group, in einer Aussendung persönlich zu Wort.

„Regeln der Cybersicherheit werden neu geschrieben“

„Da Quantentechnologien die Regeln der Cybersicherheit neu schreiben werden, handeln wir jetzt, indem wir quantensichere Kommunikation pilotieren und uns auf die Post-Quanten-Verschlüsselung vorbereiten. Unsere Mission ist klar: Wir schützen die Daten unserer Kundinnen und Kunden mit Sicherheitsmaßnahmen, die nicht nur für heute, sondern auch für die Zukunft ausgelegt sind“, erklärt Maurizio Poletto, COO & CPO der Erste Group.

Die Erste Group sei die erste europäische Bankengruppe, die erfolgreich eine auf Verschränkung basierende Quantentechnologie pilotiert hat. Diese Leistung positioniere das Institut laut dem „Quantum Index“ unter den zwanzig weltweit führenden Finanzdienstleistern im Bereich der Quantentechnologie und unter den drei größten in der Europäischen Union.

eQKD-Einheit für Rechenzentren ©Alex Schwarz Photography

Herkömmliche digitale Verschlüsselungsverfahren basieren auf mathematischen Problemen, die für heutige Computer schwer lösbar sind. Künftige Quantencomputer werden sie jedoch binnen Sekunden lösen können, lautet die Erwartung der Sicherheitscommunity. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis ein kommerzieller Durchbruch gelingt. IT- und Telekommunikations-Infrastrukturen stehen vor der Herausforderung, ihre Netze quantensicher zu machen, heißt es.

Das Projekt

Die eQKD-Lösung von zerothird sei im Rahmen des Pilotprojekts in die kritische Infrastruktur der Erste Group implementiert worden und laufe einwandfrei. Im Rahmen des von zerothird geleiteten Projekts QUAPITAL, and dem sich auch die EU beteiligt, werde in Zusammenarbeit mit der Erste Group ein Weltrekord angestrebt: das Ziel ist die Etablierung einer quantensicheren Verbindung zwischen den Finanzplätzen Wien und Frankfurt. Aufgrund der physikalischen Signaldämpfung in Glasfasern ist es die Distanz der Datenübermittlung, die die Herausforderung für die Quantum-Key-Distribution (QKD) darstellt.

QKD ist eine quantensichere Kryptografie-Methode, bei der manipulationssichere Quantenschlüssel zwischen Sender und Empfänger verteilt werden. Mit der erfolgreichen Umsetzung wäre die Erste Group weltweiter Vorreiter bei der Überbrückung solch großer Distanzen in einem Quantennetzwerk, zeigt man sich optimistisch. „Was wir hier realisieren, ist weit mehr als ein einzelnes Technologieprojekt – es ist ein strategischer Schritt hin zu echter digitaler Souveränität“, so Felix Tiefenbacher, CEO von zerothird.

Eins fehlt noch: Der Newsletter von Extrajournal.Net

Einfach E-Mail eintragen und die weitere Entwicklung verfolgen.

Weitere Meldungen:

  1. bpv Hügel: Sabine Fehringer wird Partnerin der Praxisgruppe IP/IT
  2. Mehr Vereinsamung am digitalen Arbeitsplatz: KI soll helfen
  3. Veronika Appl wird Head of IPT bei DLA Piper Österreich
  4. 1,1 Mio. Euro für KI-Start-up Straion mit Kanzlei Dorda

Schreiben Sie einen Kommentar