Forschung. Eine Studie der WU Wien kommt zu dem Ergebnis, dass Nachhaltigkeitskommunikation oft zu sachlich behandelt wird und fordert unkonventionelle Lehransätze.
Ob Klimakrise, Biodiversitätsverlust oder Plastikverschmutzung: Umweltprobleme stellen Gesellschaften weltweit vor große Herausforderungen. Franzisca Weder, Professorin für Organisations- und Nachhaltigkeitskommunikation an der WU Wien, hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie wir über Nachhaltigkeit kommunizieren.
Sie und ihr Team analysierten für die Studie „Unorthodox? Sustainability as Discursive Guidepost for Creating Transformative Agency.“ internationale Bachelor- und Masterprogramme sowie einschlägige Fachliteratur.
Die Ergebnisse: Nachhaltigkeit ist zwar in vielen Studienprogrammen angekommen, aber meist aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive und oft nur in einzelnen Modulen oder Wahlfächern.
„Klassische Lehrmethoden reichen nicht aus“
„Viele Organisationen, etwa große Unternehmen, kommunizieren über Nachhaltigkeit, um die Erwartungen von Stakeholdern wie Aktionären zu erfüllen. Das ist auch die Art von Kommunikation, die meist an Hochschulen gelehrt wird. Nachhaltigkeitsexperten lernen über Umweltfragen, aber sie lernen nicht die Fähigkeiten, die sie benötigen, um die Themen zu kommunizieren und Veränderungen voranzutreiben“, so die WU-Professorin.
Nachhaltigkeit wird in Kommunikationsstudiengängen nur als eines unter vielen Themen behandelt: „Meist wird Kommunikation über Nachhaltigkeit als reine Wissensvermittlung behandelt. Solche klassischen Lehrmethoden reichen allerdings nicht aus“, so Weder.
Unkonventionelle Ansätze
Großes Potenzial ortet sie in unkonventionellen Lehransätzen. Dazu zählen experimentelle und partizipative Formate, die Irritation zulassen und Studierende aktiv in Aushandlungsprozesse einbinden.
„Oft bremsen institutionelle Strukturen und starre Hierarchien im Hochschulsystem solche transformativen Lernansätze“, kritisiert Weder. Sie entwickelt derzeit gemeinsam mit Studierenden Projekte, die hier neue Perspektiven aufzeigen sollen: „Wir müssen von der reinen Wissensvermittlung wegkommen und stattdessen Irritation erzeugen und Diskussionen anstoßen“, so Weder.
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