Umfrage. Österreichs CFOs konzentrieren sich derzeit auf Kostenreduktion und Prozessoptimierung. Ein Fünftel der Befragten versucht Chancen zu nützen, so Managementberatung Horváth.
„Die Agenda der CFOs steht 2026 stärker unter Druck denn je: Globale Risiken, lähmende Bürokratie, volatile Energiepreise und ein massiver Investitionsstau verschärfen die weiterhin unsichere Lage. Besonders in Österreich zeigt sich, dass Unternehmen vor allem auf Kosteneffizienzprogramme und finanzielle Resilienz setzen, während entscheidende Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Automatisierung häufig hintangestellt werden“, so Stefan Leber, Leiter des Advisory für CFO‑Strategie bei der Managementberatung Horváth in Österreich.
Das Beratungsunternehmen befragt einmal jährlich CFOs und Finanzvorstände zur aktuellen Lage. Dieses Jahr waren es laut einer Aussendung 240 internationale und 40 österreichische Manager aus unterschiedlichen Branchen. Mehr als ein Drittel der teilnehmenden CFOs managen demnach die Finanzen von Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz.
Die Ergebnisse:
- Fast die Hälfte der befragten CFOs aus Österreich (47 %) sehen ihre Branche bzw. ihr Marktumfeld in einer guten Lage,
- drei Prozent erwarten sogar eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
- Dem gegenüber stehen etwas mehr als ein Drittel (38 %) der befragten CFOs, die die aktuelle Situation negativ einschätzen bzw.
- 12 Prozent, die sogar von einer weiteren Verschlechterung ausgehen.
Danach wurden die Finanzmanager über die Gründe für den negativen Ausblick befragt:
- Am häufigsten nannten die Befragten den gestiegenen globalen Wettbewerbsdruck.
- Es folgten Bürokratie, Energiepreise, Inflation, Lieferketten und Zölle.
- Nachhaltigkeitsthemen wie Klima- und Umweltschutzvorschriften waren anders als im Vorjahr nicht mehr Teil der Top-10 an negativen Einflussfaktoren.
- Die Auswirkungen der US-Politik wurden in der diesjährigen Studie auch noch einmal konkreter beleuchtet. Rund die Hälfte der CFOs bewertet die Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung nach wie vor als Risiko. Lediglich jeder sechste sieht in den veränderten Bedingungen eine Chance.
- Die schwerwiegendsten negativen Auswirkungen haben für jeweils rund drei Viertel der Finanzverantwortlichen die unvorhersehbare und wechselhafte Zollpolitik, Änderungen internationaler Handelsabkommen und Gefahren für Lieferketten.
Unsicherheit wird mit Kostenoptimierung begegnet
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Österreichs Unternehmen in Zeiten ökonomischer Unsicherheit vor allem auf Effizienz und Resilienz setzen:
- An erster Stelle der CFO-Agenda stehen derzeit Kostenreduktionsprogramme, die von 60 Prozent der Befragten als hoch wirksam eingestuft werden.
- Ebenso bedeutend sehen die Befragten den Aufbau von Liquiditätsreserven sowie der verstärkte Einsatz von Szenarioanalysen (je 57 %), um Entscheidungen robuster abzusichern.
- Jede zweite Organisation setzt zudem auf Prozessautomatisierung und die Anpassung ihres Geschäftsmodells oder Produktportfolios.
Die Prozessoptimierung steht demnach ganz oben auf der Agenda:
- Wichtigste strategische Aufgabe ist für 86 Prozent der befragten österreichischen CFOs die Harmonisierung, Standardisierung und Optimierung finanzieller Prozesse.
- Bereits an zweiter Stelle steht mit 76 Prozent die Entwicklung von Mitarbeitenden und neuen Fähigkeiten.
- Danach folgen bereits Digitalisierung und globale Datenplattformen sowie die Optimierung der Planungs-, Reporting- und Forecast-Kompetenzen.
„Der Ruf nach robusten Prozessen, neuen Fähigkeiten und einer konsequenten Transformation wird immer lauter. Genau hier entscheidet sich, wer gestärkt aus dieser Phase wirtschaftlicher Turbulenzen hervorgeht“, so Leber. Die größten Hindernisse auf diesem Weg sind für jeden zweiten CFO (50 %) eine Abwehrhaltung im Konzern gegenüber Veränderungen und Silo-Denken.
Mehr Vorsicht bei Investitionen
Auch bei den Investitionen steht die Vorsicht im Vordergrund:
- Jeder Fünfte (20 %) der befragten CFOs möchte Chancen und Vorteile aus der aktuellen Marktsituation ziehen, indem Investitionsprogramme beschleunigt werden.
- Dreißig Prozent führen ihre Investitionsvorhaben unverändert durch oder warten die weitere Entwicklung ab, bevor sie Entscheidungen treffen.
- Bei weiteren 33 Prozent werden zumindest strategische Investitionen durchgeführt.
- Knapp ein Fünftel (17 %) kürzen ihre Investitionsprogramme.
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