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Bildung & Uni, Recht

Die Rechtsgeschichte der Nachhaltigkeit: Fachbuch

Rechtsgeschichte der Nachhaltigkeit ©Facultas

Rechtswissenschaft. Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Die Vorschriften haben in Österreich inzwischen eine lange Geschichte, die eine Neuerscheinung beleuchtet.

Die rechtliche Dimension des Nachhaltigkeitskonzepts hat im Einklang mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahren in der rechtswissenschaftlichen Ausbildung ebenso wie in der juristischen Praxis massiv an Bedeutung gewonnen, heißt es beim Verlag Facultas: Demgegenüber habe sich die österreichische Rechtsgeschichte bisher kaum mit der rechtlichen Normierung des Mensch-Natur-Verhältnisses in seinen historischen Ausprägungen beschäftigt.

Die Neuerscheinung

Das vorliegende Lehr- und Handbuch „Rechtsgeschichte der Nachhaltigkeit in Österreich“ soll mit rund 170 Seiten diese Leerstelle füllen. Es stellt dar, wie in der Geschichte mit Mitteln des Rechts auf umweltspezifische Problemlagen reagiert wurde. Dabei werden auch die Zusammenhänge mit den jeweiligen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenumständen aufgezeigt. Zeitlich liegt der Schwerpunkt auf der Rechtsentwicklung seit der Industriellen Revolution – es ist also keineswegs nur der Zeitraum seit dem verstärkten Auftreten ökologischer Überlegungen in den 1970er Jahren relevant.

Tatsächlich lassen sich erste Anhaltspunkte schon sehr früh finden, etwa im Kontext der „Igler Waldordnung“ aus Tirol von 1571 bzw. der „Holznot“ des 18. Jahrhunderts. So heißt es etwa in der Vorbemerkung zur Waldordnung, dass „dermassen ain solche grosse unordnung mit verschwenndung unnd auseedung [Ausödung] irer wälder“ festzustellen sei, dass die „nachkhomen sich fürohin nit allain mer zu behülczen“ wüssten.

Anders ausgedrückt: Die Bewirtschaftung Anno 1571 sei nicht geeignet, um den Wald für spätere Generationen zu bewahren, sorgten sich die alten Tiroler um die Nachhaltigkeit. Der von ihnen aufgestellte Regelungskomplex sollte der Abstellung dieser Probleme dienen, wie Autor Martin P. Schennach schildert. Der Bogen der Untersuchung spannt sich im Folgenden über Vormoderne und Industrielle Revolution bis zur intensiveren Regelungstätigkeit der Nachkriegszeit und den Anfängen der EU-Rechtssetzung in den 1990er Jahren.

Der Autor

Der Titel richtet sich nicht nur an Juristinnen und Juristen sowie Studierende der Rechtswissenschaften, sondern gleichermaßen an (auch angehende) Historikerinnen und Historiker, wobei der Verschränkung zwischen gesellschaftlichen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie den legislativen Entwicklungen besonderes Augenmerk geschenkt wird, schreibt Autor Univ.-Prof. Dr. Dr. Martin P. Schennach, MAS im Vorwort. Er lehrt Rechtsgeschichte an der Universität Innsbruck.

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