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Finanz, Recht

DLA Piper: Die neuen Chancen und Gefahren für Finanzdienstleister

Jasna Zwitter-Tehovnik ©DLA Piper / Cornelis Gollhardt

Branchen-Studie. Die Finanzdienstleister sehen Handelsbarrieren, Cybercrime und Krisen als Risiken – aber erwarten trotzdem Wachstum. so DLA Piper.

Einer neuen Studie der globalen Wirtschaftskanzlei DLA Piper („Financial Futures: Leading through disruption“) zufolge sehen Führungskräfte von Finanzdienstleistungsunternehmen trotz zunehmender Herausforderungen durch Handelsbarrieren, Cyberkriminalität und geopolitische Spannungen weiterhin deutliche Wachstumschancen für die Branche.

Optimismus in der Disruption

Die aktuelle Studie zeigt, dass der grundsätzliche Optimismus im Finanzsektor ungeachtet geopolitischer und technologischer Disruption ungebrochen ist, heißt es in einer Aussendung. Viele Unternehmen betrachten die anhaltenden Umbrüche mittlerweile als neue Normalität und begegnen ihnen mit erhöhter Resilienz, operativer Anpassungsfähigkeit und einem verstärkten Einsatz von Technologie.

Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit bleiben dabei zentrale strategische Schwerpunkte. Gleichzeitig geben neun von zehn Unternehmen an, dass Zölle bereits spürbare Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit haben.

Stabile Geschäftsmodelle für instabile Zeiten

Zahlreiche Finanzdienstleistungsunternehmen investieren gezielt in robuste Kerngeschäftsmodelle, die auch längere Phasen geopolitischer Unsicherheit, Handelsbarrieren und regulatorischer Veränderungen standhalten, heißt es. Parallel dazu rücken Risikomanagement, Compliance und Governance stärker in den Fokus und werden zunehmend systematisch in Unternehmensentscheidungen integriert.

Für die Studie wurden knapp 800 Führungskräfte und Senior-Entscheidungsträger globaler Finanzunternehmen befragt – darunter Banken, Fondsmanager, Fintechs sowie Börsen und Handelsplätze – mit Jahresumsätzen von unter 10 Millionen US-Dollar bis zu mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Geopolitische Spannungen nerven, aber beunruhigen nicht (zu) sehr

  • 83 Prozent der Befragten blicken ungeachtet geopolitischer Herausforderungen der Branche optimistisch auf die kommenden 12 bis 24 Monate.
  • 89 Prozent der Unternehmen geben an, dass Handelsbarrieren bereits Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit haben; ein Drittel berichtet, dass geopolitische Spannungen Investitionsentscheidungen sowie Kapitalflüsse beeinflussen.

Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit weiterhin im Fokus

  • Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nimmt weiter zu und hat sich mittlerweile fest in operative Prozesse und Geschäftsstrategien integriert: 66 Prozent investieren in entsprechende Technologien, 2024 waren es 64 Prozent. 58 Prozent bieten Schulungen an, um KI nachhaltig im Tagesgeschäft zu verankern (2024: 51 Prozent).
  • Zugleich sieht fast die Hälfte der Führungskräfte anhaltende Compliance-Herausforderungen als wesentlichen Faktor, der sich auf die Geschäftstätigkeit auswirkt – ein deutlicher Anstieg gegenüber knapp einem Fünftel im Jahr 2024.

Investitionen in Nachhaltigkeit steigen

  • Weniger als ein Viertel der Befragten gibt an, dass Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit hat (2024 waren es noch 58 Prozent) – gleichzeitig haben 82 Prozent ihre Investitionen in Nachhaltigkeit im Jahr 2025 erhöht.
  • Mit dem Tempo der regulatorischen Veränderungen im Bereich Nachhaltigkeit Schritt zu halten, ist für ungefähr die Hälfte der Befragten die größte Herausforderung (39 Prozent im Jahr 2024).
Marcell M. Németh ©DLA Piper

Marcell M. Németh, Partner und Leiter der Finance-Praxis bei DLA Piper Österreich, erklärt: „Unsere Studienergebnisse zeigen deutlich, dass Finanzdienstleister weltweit gelernt haben, mit einem dauerhaft volatilen Umfeld umzugehen. Entscheidend ist, geopolitische, regulatorische und technologische Veränderungen als strategische Konstanten zu adressieren und Geschäftsmodelle, Risikostrukturen und Technologie entsprechend flexibel anzupassen und weiterzuentwickeln – darin liegt aus unserer Sicht auch der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum.“

Anpassungsfähigkeit als Vorteil

Jasna Zwitter-Tehovnik, Partnerin in der Finance-Praxis bei DLA Piper Österreich, hebt die Anpassungsfähigkeit der Branche hervor: „Trotz geopolitischer Risiken, regulatorischer Fragmentierung und der Einführung von KI passt sich die Finanzindustrie zunehmend schnell an veränderte Rahmenbedingungen an. Der Ausblick bleibt positiv, mit klaren Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre.“

Auch für Österreich lässt sich laut Zwitter-Tehovnik ein „vorsichtig optimistisches Bild“ zeichnen: „Insbesondere ESG und der Einsatz von KI gelten als zentrale Hebel, stellen Unternehmen – vor allem KMU – aber zugleich vor erhebliche Transformationsaufgaben. Gleichzeitig werden Transparenz und die tatsächliche Wirkung (Impact) immer stärker kritisch hinterfragt.“

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