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„Aggressiver Anbieter-Vertrieb“ bei KI: Jetzt zählt der Wertbeitrag

Björn Pichler ©Horváth

Studie. Fast drei Viertel der Unternehmen erhöhen ihr Digitalisierungsbudget, auf KI entfällt knapp ein Drittel, so Horváth-Principal Björn Pichler.

Laut „Digital Value Studie“ der Managementberatung Horváth wollen 67 Prozent der befragten Unternehmen ihr Digitalisierungsbudget 2026 erhöhen. Investitionen in KI-Technologie und -Implementierung machen dabei aktuell rund 30 Prozent aus und einen immer größeren Anteil des Digitalisierungsbudgets, so eine Aussendung.

Aggressiver Anbieter-Vertrieb treibt an

Die von Horváth befragten Führungskräfte – darunter mehr als 30 aus Österreich – begründen die gestiegenen KI-Investitionen jedoch nicht allein mit realem Bedarf, sondern unter anderem mit aggressivem Anbieter-Vertrieb, so die Managementberatung. Mehr als zwei Drittel (68%) der Befragten geben in der Studie an, dass die Investitionsbereitschaft des Topmanagements für KI‑basierte Lösungen aktuell deutlich höher sei als für andere Technologien. Fast ebenso viele sagen jedoch auch, dass viele angebotene KI‑Anwendungen in Reife und Funktionsumfang hinter den Erwartungen zurückbleiben (66%).

„Jetzt den Wertbeitrag steuern“

„Die Investitionsbereitschaft ist nach einem Jahr der Verunsicherung und des Zögerns deutlich gestiegen – und KI ist längst kein Add‑on mehr, sondern integraler Bestandteil der Digitalbudgets. Entscheidend ist jetzt, den Wertbeitrag systematisch zu steuern, anstatt nur Projekte ohne Einbettung in die End-to-End-Prozesse zu addieren – hier ist die Champions League angesiedelt. Jene Unternehmen, die das bereits beherrschen haben einen strategischen Vorteil, der sich auch operativ rechnet“, so Björn Pichler, Principal und Digitalisierungsexperte der Managementberatung Horváth in Wien.

Implementierung von KI ist in den USA Chefsache, in Europa nicht

Die Studie zeige auch deutliche Unterschiede in der Verortung der Digitalisierungsverantwortung zwischen Europa und den USA. Während in den USA mehr als jedes zweite Unternehmen die Verantwortung bei CEOs sieht, liegt sie in Österreich und auch Deutschland mit großem Abstand vor allem bei den Chief Information Officer (CIOs) beziehungsweise der IT-Leitung (70%).

Damit werde Digitalisierung hierzulande weiterhin stark aus einer technischen Perspektive heraus gesteuert. In anderen Ländern sei sie häufiger klar auf der Executive-Ebene angesiedelt und damit enger mit strategischen und unternehmerischen Zielen verknüpft.

Die „Umsetzungslücke“

Als Top‑Erfolgsfaktoren für realisierten “Digital Value” nennen die Befragten die Integration der Digitalisierungseffekte in das Business Performance Management, die Aufnahme digitaler Wertbeiträge in persönliche Performance‑Ziele sowie klare Verantwortlichkeiten.

Auf die Frage, was gewinnbringende Digitalisierung generell herausfordernd macht, nennen die Befragten ein ganzes Bündel an Themen: Allen voran Silodenken und mangelnde bereichsübergreifende Zusammenarbeit (67%), unzulängliches Ende‑zu‑Ende‑Prozessmanagement (66%), fehlende KPI‑Zielwerte (65%), schlichte Implementationsschwächen (64%) sowie unzureichendes Management‑Commitment (63%).

„Die österreichischen Unternehmen wissen, was wirkt. In der Umsetzung mangelt es dann jedoch oft an Disziplin und Konsequenz. Ganzheitliche, konkrete Strategien und funktionierende Bewertungssysteme mit regelmäßigen Abgleichen sowie klare Verantwortlichkeiten im End-to-End-Spiel bringen die Firmen zum Ziel“, so Pichler.

DACH-Unternehmen messen öfter was es bringt

  • Die Ermittlung des Wertbeitrags von Digitalisierungsinitiativen erfolgt bei weniger als der Hälfte der befragten Unternehmen regelmäßig im Rahmen eines etablierten Prozesses (44%).
  • Ein Viertel misst ad hoc bei Bedarf, rund 20 Prozent messen lediglich einmalig, 11 Prozent gar nicht.
  • Unternehmen im DACH-Raum stechen in der Stichprobe allerdings heraus: Hier geben 73 Prozent an, regelmäßig den Wertbeitrag zu messen.

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