Fachkongress. „LegalXchange 2026“ in München befasste sich mit KI in der Rechtsbranche. Dabei wurde verantwortungsvolles Handeln gefordert.
Im Rahmen von Vorträgen und Beiträgen diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Justiz und der Legal-Tech-Branche bei der international ausgerichteten Fachveranstaltung „legalXchange 2026“ in der BMW Welt München über den aktuellen Stand der digitalen Transformation in der Rechtsbranche. Bei der Veranstaltung lag der Fokus laut Aussendung auf dem fachlichen Austausch über regulatorische Rahmenbedingungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
„Es geht um verlässliche Rahmenbedingungen“
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich thematisierte das Verhältnis von technologischer Transformation zur Rechtsstaatlichkeit: „Künstliche Intelligenz ist eine große Chance, die wir nutzen wollen und müssen. Sie stellt unsere Gesellschaft und unser Rechtssystem aber auch vor große Herausforderungen. Es geht um Innovation und technische Machbarkeit, aber auch um wichtige gesellschaftspolitische und rechtsethische Fragen. Welche Prüfungen und Entscheidungen können wir einer KI überlassen, und wo brauchen wir menschliche Entscheiderinnen und Entscheider.“
Klaus Weber vom Fachverlag C.H.Beck betonte die Bedeutung belastbarer Daten und Qualität: „Legal AI lebt von Wissen, Struktur und Vertrauen. Verlässliche Inhalte und eine rechtssichere Infrastruktur sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass KI den juristischen Arbeitsalltag sinnvoll unterstützen kann. Alle Unternehmen, die Legal AI anbieten, sind hier in einer gemeinsamen Verantwortung für das Recht. Deshalb ist es gut, dass auch alle unsere Mitbewerber hier vertreten sind.“
Alisha Andert (Legal Tech Verband Deutschland) referierte über den aktuellen Stand des Legal-Tech-Marktes und forderte verlässliche Rahmenbedingungen: „Der Legal-Tech-Markt hat sich rasant entwickelt und die Innovationsdynamik bleibt konstant hoch. Jetzt geht es um verlässliche Rahmenbedingungen, gemeinsame Standards, Skalierung und Förderung von Akzeptanz.“
Klare Ziele und Zusammenarbeit
Aus Unternehmensperspektive erklärte Lina Keßler, Vorstandsmitglied von Liquid Legal Institute e.V., dass der technologische Wandel weit über einzelne Anwendungen hinausgeht: „Legal AI verändert Prozesse, Rollen und Wertschöpfung. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese Transformation strategisch angehen – mit klaren Zielen, interoperablen Lösungen und einem offenen Innovationsverständnis.“
Wie wichtig dabei offene Ökosysteme und neue Formen der Zusammenarbeit sind, unterstrich der Managing Director des Legal Tech Colab, Alex Laprell. Innovation entstehe dort, wo unterschiedliche Akteure zusammenwirken: „Die größten Fortschritte entstehen im Zusammenspiel von Start-ups, etablierten Organisationen, Wissenschaft und öffentlicher Hand.“
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