Open menu
Business, Recht

Energiebranche will „Schatz heben“: Zwei Drittel für mehr Gas-Abbau

©ejn

Energiebranche & Iran-Krise. Laut einer Umfrage wünschen sich 66 Prozent der Österreicher einen Ausbau der heimischen Gasförderung, so der Fachverband Gas-Wärme.

Die Österreicherinnen und Österreicher haben – angesichts des Iran-Konflikts und hoher Treibstoffpreise – eine klare Meinung, wenn es um die Versorgung mit Gas geht: Sie wollen weniger Importgas, und stattdessen mehr Gas aus Österreich, so eine Aussendung des Fachverbands Gas Wärme (FGW) in der Wirtschaftskammer.

Konkret wollen 66 Prozent den Ausbau der heimischen Erdgasförderung, hat jedenfalls eine Umfrage des Innsbrucker Meinungsforschungsinstituts INSA Austria GmbH im Auftgrag des FGW ergeben. Durchgeführt wurde sie laut den Angaben im April unter 1.000 befragten Personen in Österreich. 17 Prozent der Befragten wollten nicht mehr Gas aus Österreich; weitere 14 Prozent und 3 Prozent konnten beziehungsweise wollten auf die Frage keine Antwort geben.

So sind die Meinungen verteilt

FGW-Geschäftsführer Michael Mock sieht in dem Ergebnis einen „klaren Auftrag der Bevölkerung für mehr Gewinnung von Gas aus Österreich“. Mehr Versorgungssicherheit durch Ressourcen aus Österreich ist auch eine Frage des Alters: Je älter die Befragten, desto eher sprechen sie sich für die Nutzung österreichischer Erdgasvorkommen aus. Drei Viertel der Menschen älter als 60 Jahre befürworten die Nutzung von Gas aus Österreich.

Der FGW sieht auch in – fast – allen politischen Lagern Zustimmung für Ausbaupläne, wie sie etwa die OMV wälzt: Einzig die Wähler der Grünen sprechen sich nur zu 35 Prozent für eine stärkere Unabhängigkeit von Gasimporten aus, so die Umfrage.

Inlandsproduktion bei Gas rückläufig

Zuletzt war die Inlandsproduktion bei Erdgas nur noch im einstelligen Bereich: 2024 etwa kamen nur rund acht Prozent des in Österreich verbrauchten Erdgas aus heimischer Produktion, 2002 waren es noch 23 Prozent. Österreich bezieht sein Gas derzeit hauptsächlich über Pipelines aus Deutschland und zunehmend aus Italien. Das Erdgas selbst kommt dabei aus den USA und aus Norwegen. Bis Ende 2024 war Russland Österreichs Hauptlieferant bei Erdgas gewesen.

Österreich könnte durchaus mehr eigenes Gas produzieren. So wurde vergangenes Jahr in der Nähe der Ortschaft Wittau im Bezirk Gänserndorf im Marchfeld ein Gasfeld mit förderbaren Ressourcen von etwa 48 Terawattstunden entdeckt. Allein damit könne die aktuelle heimische Gasförderung um etwa 50 Prozent gesteigert werden, heißt es.

Der Wunsch nach neuen Regeln

Größere Gasmengen befinden sich laut FGW auch noch im Weinviertel in Niederösterreich. Diese Vorkommen sind vorwiegend in tiefen Tonschichten, also in einer Tiefe von 4.500 Metern, angesiedelt und können laut Schätzungen ausreichen, um Österreichs Gasbedarf für bis zu 30 Jahre zu decken – ein „Schatz“, so Mock. Da die Hebung dieser großen Potentiale kapitalintensiv sei, wäre es wichtig, dass die Rahmenbedingungen in Österreich so ausgerichtet werden, dass Ausförderung der Lagerstätten gewährleistet werden kann, wünscht sich der Fachverband. Nicht alle sind freilich dieser Meinung: So hat sich etwa Greenpeace gegen weitere Invesititonen in die „klimaschädliche Öl- und Gasproduktion“ ausgesprochen.

Jetzt den Newsletter von Extrajournal.Net abonnieren

Täglich aktuell in Ihrer Mailbox.

Weitere Meldungen:

  1. Breiteneder Immobilien Parking holt sich 80 Mio. Euro mit CMS und Schönherr
  2. Edenred übernimmt Sparte von The Mobility House, Hogan Lovells hilft
  3. STUWO AG verlängert Valerija Karsai im Vorstand
  4. Neuer Leitfaden zur FlexCo kommt aus dem Süden Österreichs

Schreiben Sie einen Kommentar