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Bildung & Uni

Generation Z und die MINT-Berufe: Ein wachsendes Defizit

Harald Kindermann ©FH OÖ

Forschung. Laut einer Studie der FH OÖ kehren junge Österreicherinnen und Österreicher technisch-naturwissenschaftlichen Berufen zunehmend den Rücken.

Als „Generation Z“ (Gen Z) werden, je nach Definition, etwa die zwischen 1997 und 2010 geborenen Personen bezeichnet. Diese legt einen deutlich geringeren Fokus auf technisch-naturwissenschaftliche Berufe („MINT“) als die Generationen davor, so das Ergebnis einer Studie, die der Forscher Harald Kindermann vom Campus Steyr der FH Oberösterreich durchgeführt hat.

Die Studie kommt laut einer Aussendung außerdem zu dem Ergebnis, dass die zwischen den Geschlechtern unterschiedliche Neigung zu MINT-Berufen ebenfalls bestehen bleibt. „Trotz der herausfordernden Ergebnisse dieser Studie dürfen wir nicht müde werden, die Potentiale einer Karriere in den MINT-Berufen aufzuzeigen. Die Generation Z sucht nach sinnstiftenden und zukunftssicheren Berufsfeldern“, so Michael Rabl, Hochschulpräsident der FH OÖ.

Kein rein weibliches Phänomen

Das schwindende Interesse an MINT-Berufen ist kein rein weibliches Phänomen mehr: Wie die Studie zeigt, ist auch unter Männern ein Rückgang zu verzeichnen – generationsübergreifend allerdings mit minus 1,69 Prozent zwischen 2023 und 2026 noch vergleichsweise moderat.

Deutlich alarmierender fällt die Entwicklung bei der Generation Z aus:

  • Hier brach das Interesse bei jungen Männern um 7,18 Prozent ein,
  • bei jungen Frauen um 5,75 Prozent.
  • Einen Gegenpol bilden lediglich die vor 1980 geborenen Männer – sie sind die einzige Gruppe, die dem Trend trotzt und ein zumindest leicht wachsendes Interesse an MINT-Berufen zeigt.

Auch für wirtschaftsnahe Berufe weisen die Ergebnisse der Befragung ein Minus von jeweils über sieben Prozent aus. Noch vergleichsweise gering war zwischen 2023 und 2026 das sinkende Interesse an pädagogischen Berufen, wo das Minus jeweils knapp unter fünf Prozent lag, sowie bei den Frauen an Gesundheits- und Sozialberufen mit einem Minus von 3,47 Prozent. Bei den Männern jedoch war auch das Interesse an dieser Kategorie von Berufen mit einem Minus von über sieben Prozent stark rückläufig.

Eine interessante Facette zeigt sich laut Kindermann bei der Gen Z auch beim wichtigsten Entscheidungskriterium bei der Berufswahl: Obwohl das Gehalt hier Priorität genießt, weist diese Generation das geringste Interesse an den abgefragten Berufsfeldern auf. „Gerade hinsichtlich der durchwegs hochbezahlten MINT-Berufe ist das ein auffälliger Widerspruch“, so der Studienleiter.

Geschlechtsunterschiede werden nicht kleiner

Ein weiteres zentrales Ergebnis dieser Studie betrifft die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei MINT-Berufen. Klares Fazit: Diese bleiben, trotz vieler Initiativen, welche mehr Frauen für technische Berufe begeistern sollen, bestehen.

Die allgemeinen Voraussetzungen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe sind im Wesentlichen bei Frauen und Männern gleich. Darin liegt die Ursache der anhaltenden Diskrepanz also nicht, so Kindermann auf Basis der Studienergebnisse: „Man hat es ganz einfach mit einer im Durchschnitt geringeren Interesse von Frauen für technische Berufe zu tun.“

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