Wien. Big Four-Multi EY startet weltweit den Einsatz von KI in der Abschlussprüfung: Alle Prüfschritte sollen AI-Assistenz erhalten.
EY treibe damit die Weiterentwicklung der Abschlussprüfung voran, heißt es in einer Aussendung: Konkret starte die Prüf- und Beratungsgruppe weltweit den Einsatz von künstlicher Intelligenz, die Prüfschritte vorbereitet, unterstützt und dokumentiert. EY gehört zu den „Big Four“, den vier global marktbeherrschenden Wirtschaftsprüfungsriesen (die übrigen sind Deloitte, KPMG und PwC, bei denen KI-Einsatz ebenfalls bereits erheblichen Stellenwert hat).
Ziel des KI-Einsatzes bei EY sei es, die Qualität, Nachvollziehbarkeit und Risikoorientierung von Prüfungen zu stärken und Prüfer:innen gezielter bei komplexen Beurteilungsfragen zu unterstützen, heißt es weiter. Die neuen KI- Anwendungen werden demnach schrittweise in die globale EY-Prüfungsplattform EY Canvas integriert und sollen künftig alle Phasen der Abschlussprüfung begleiten.
Die Agenten rücken an
Die technologische Basis bilde ein sogenanntes Multi-Agenten- System, das auf Microsoft-Technologien wie Azure, Foundry und Fabric aufsetzt. EY Canvas verarbeite bereits heute jährlich mehr als 1,4 Billionen Buchungszeilen. Mit dem globalen Roll-out werden künftig laut den Angaben rund 130.000 Prüfer:innen in über 150 Ländern bei etwa 160.000 Prüfungsmandaten durch KI-gestützte Funktionen unterstützt.
Flankiert werde diese Transformation durch ein weltweit ausgerolltes Ausbildungs- und Enablement-Programm für die Mitarbeitenden.
Das Ziel des Einsatzes
Im Zentrum des Einsatzes stehe nicht der Ersatz menschlicher Expertise, sondern deren gezielte Stärkung. Die KI soll dabei helfen, große und komplexe Datenmengen strukturierter zu analysieren, Auffälligkeiten früher zu identifizieren und Prüfungsrisiken präziser zu priorisieren. Gleichzeitig stelle sie aktuelle Prüfungs-, Rechnungslegungs- und regulatorische Anforderungen kontextbezogen in Echtzeit zur Verfügung.
Einführung erfolgt mit Pilotprojekten
Die Systeme übernehmen dabei koordinierende und analytische Aufgaben – etwa bei der Strukturierung von Prüfungsprozessen oder der laufenden Qualitätssicherung – während die finale fachliche Bewertung und das professionelle Urteil weiterhin bei den Prüfer:innen liegen. Die Einführung erfolge auf Basis umfangreicher Pilotprojekte; bis 2028 sollen die KI-Funktionen die Prüfung dann End-to-End unterstützen, so EY.
Das Statement von EY Österreich
„Die Abschlussprüfung wird zunehmend datengetrieben und komplexer. Agentenbasierte KI hilft uns, Risiken klarer zu identifizieren und unsere Prüfungen noch konsistenter und zielgerichteter zu gestalten. Gleichzeitig bleibt das professionelle Urteil der Prüferinnen und Prüfer der zentrale Anker für Qualität und Vertrauen“, wird Stefan Uher zitiert, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich.
Jetzt den Newsletter von Extrajournal.Net abonnieren
Täglich aktuell in Ihrer Mailbox.





