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TU Graz entwickelt Spürroboter für gefährliche Feuerwehreinsätze

Spürroboter der TU Graz ©Lunghammer / TU Graz

Forschung. Ein von der TU Graz entwickelter, vierbeiniger Spürroboter soll in Zukunft gefährliche Feuerwehreinsätze als ferngesteuerte Vorhut unterstützen.

Einsatzkräfte müssen in Notfällen gefährliche Stoffe schnell erkennen – häufig unter Bedingungen, die ihre eigene Sicherheit gefährden. Bei einem Chemieunfall in einer Industriehalle etwa müssen Feuerwehrleute in schweren Schutzanzügen in den unmittelbaren Gefahrenbereich vordringen, um Messungen zur ersten Lagebeurteilung vorzunehmen.

Dieses Risiko könnten Assistenzroboter mit integrierter Messtechnik erheblich mindern: „In diesem Bereich wurde bereits viel Forschungsarbeit geleistet. Einsatzbereite, feldtaugliche Systeme sind aber nach wie vor selten“, so Robotikforscher Gerald Steinbauer-Wagner von der TU Graz.

Gemeinsam mit Partnern aus dem Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz hat er laut Aussendung einen kompakten Roboter auf vier Beinen mit Messgeräten kombiniert, die sich bei den Feuerwehren etabliert haben. Diesen neuen, ferngesteuerten Spürroboter haben die Einsatzkräfte im Zuge mehrerer Schadstoffübungen nun umfassend getestet.

„Der Spürroboter kann im Einsatz vorgeschickt werden. Er misst Schadstoffkonzentrationen und liefert die Daten zusammen mit einem Kamerabild in Echtzeit aus dem Gefahrenbereich. Damit können die Einsatzkräfte die Lage beurteilen, ohne die gefährliche Zone betreten zu müssen“, so Steinbauer-Wagner.

Entwickelt für den Feuerwehreinsatz

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Integration in den Feuerwehrbetrieb: „Wir haben basierend auf einer umfassenden Anforderungsanalyse eine entsprechende Taktik und standardisierte Einsatzregeln entwickelt. Das soll eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine im Einsatz sicherstellen“, so der Forscher.

Eine aktuelle Potenzialanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Einsatz des Spürroboters neben der Sicherheit auch die Effizienz steigert, da der Roboter bereits während des Rüstens der Einsatztrupps eine Lagefeststellung liefern kann. „Die Ergebnisse der Feldtests waren hinsichtlich Mobilität, Benutzerfreundlichkeit und Einsatzwirksamkeit äußerst vielversprechend“, so Steinbauer-Wagner.

„Wenn morgen ein echter Schadstoffeinsatz stattfindet, würde ich zuerst den Roboter in den Gefahrenbereich schicken“, so Gerald Czech vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband: „Für die Feuerwehr zählt im Schadstoffeinsatz jede Minute. Wenn ein Roboter bereits während des Ausrüstens der Einsatzkräfte erste Messdaten und Bilder aus dem Gefahrenbereich liefert, gewinnen wir wertvolle Zeit für die Lagebeurteilung. Das erhöht die Sicherheit der Einsatzkräfte und verbessert die Einsatzführung.“

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