Wien. Rund 150 Teilnehmer informierten sich beim 3. Wiener M&A Day im Haus der Industrie über aktuelle Entwicklungen im Bereich Private Equity.
Am 16. Juni fand der 3. Wiener M&A Day im Haus der Industrie statt. In mehreren Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen wurden aktuelle Entwicklungen und rechtliche Fragestellungen im Bereich Private Equity beleuchtet.
Im Fokus standen laut Aussendung unter anderem der zunehmende Einfluss von Private Credit, Buy-&-Build-Strategien, die Zusammenarbeit mit Familienunternehmen sowie Infrastrukturinvestments, Künstliche Intelligenz, Exit-Strategien und die Rolle Europas im globalen Finanzmarkt.
Organisiert wurde der Wiener M&A Day von Rainer Kaspar (PHH), Horst Ebhardt (Kinstellar), Konrad Gröller (Freshfields), Christian Herbst (Schönherr), Tibor Kossa (Goldman Sachs), Florian Kusznier (Wolf Theiss), Roman Rericha (Brandl Talos) und Anton Ulmer (Rothschild & Co).
Aktuelle Entwicklungen im Fokus
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Tibor Kossa (Goldman Sachs) und Florian Kusznier (Wolf Theiss). In ihrer Begrüßung gaben sie einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im internationalen M&A-Markt und analysierten die jüngsten Transaktionstrends.
„Das laufende Jahr entwickelt sich bislang zum zweitstärksten M&A-Jahr überhaupt. Während kleinere Transaktionen zuletzt etwas rückläufig waren, erreichte die Zahl der Deals mit einem Volumen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Das unterstreicht die hohe Liquidität und das große Investitionsinteresse im Markt“, so Kossa.
Im Anschluss folgte die Keynote von Matteo Thun, Partner bei EQT. Er sprach über die Attraktivität Europas als Investitionsstandort und darüber, wie Private Equity zur Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann.
„Aus internationaler Perspektive werden die Stärken Europas häufig positiver bewertet als innerhalb Europas selbst. Entscheidend ist, Unternehmen zukunftsfit zu machen – durch Innovation, Technologie und langfristige Wachstumsinvestitionen. Darin sehen wir eine große Chance für Europa“, so Thun.
Herausforderungen und Chancen
Die Herausforderungen und Chancen von Investitionen in Infrastruktur und Zukunftstechnologien standen ebenfalls auf dem Programm des Wiener M&A Day. Unter der Moderation von Sarah Wared (Wolf Theiss) wurde bei einer Podiumsdiskussion über die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Innovationswettlauf und die Voraussetzungen für erfolgreiche Investitionen in strategische Zukunftsfelder diskutiert.
„Während Google, Anthropic und andere Technologiekonzerne Milliarden in KI-Infrastruktur investieren und die USA Exportbeschränkungen verhängen, wird Europas Rückstand immer deutlicher sichtbar. Fehlende Kapazitäten, langwierige Genehmigungsverfahren und hohe Hürden für Innovationen stellen den Standort vor große Herausforderungen“, so Wared.
Mit den Perspektiven für den Exit-Markt beschäftigte sich Martin Suter, Partner bei Rothschild & Co. In seiner Keynote beleuchtete er die aktuellen Rahmenbedingungen für Private-Equity-Transaktionen und ging auf die zunehmende Bedeutung alternativer Exit-Strategien ein.
„Das Umfeld für Private-Equity-Transaktionen hat sich verändert. Prozesse dauern länger und eine fundierte Due Diligence gewinnt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig erwarten wir angesichts der hohen Assetbasis in Europa und des zunehmenden Ausschüttungsdrucks ein aktives Transaktionsumfeld, in dem strategische Exits und alternative Monetarisierungsoptionen an Relevanz gewinnen werden“, so Suter.
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