Forschungspreis. Anna Galler und Bettina Könighofer von der TU Graz haben einen Astra-Preis erhalten: Sie forschen in den Bereichen ethische KI und Quantenmaterialien.
Die beiden TU Graz-Forscherinnen Anna Galler und Bettina Könighofer sind laut Aussendung jeweils mit einem Astra-Preis des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet worden. Sie erhalten damit eine Förderung von je einer Million Euro über fünf Jahre für ihre Projekte.
Sicherheit für KI
Im Mittelpunkt von Bettina Könighofers Projekt „SEAL – Laufzeitverifikation für vertrauenswürdige KI“ stehen Systeme, die lernende KI überwachen, riskante oder normwidrige Handlungen während der Bearbeitung einer Aufgabe verhindern und erklärbar machen, warum ein System bestimmte Entscheidungen trifft.
Bereits in ihrer Dissertation im Jahr 2018 hat sich Bettina Könighofer mit diesem Thema befasst. In der Arbeit berechnete sie mit KI ein sogenanntes Schild, das alle Entscheidungen überprüft, bevor diese ausgeführt werden. Bislang hat sich ihre Forschung auf den Bereich Sicherheit konzentriert. Mit ihrem neuen Projekt hat sie ihre Arbeit auf die Bereiche Ethics, Fairness und Erklärbarkeit erweitert.
„Wir betrachten einzelne Aspekte, die wichtig sind und stellen mit symbolischer KI, also formalen Methoden, sicher, dass festgelegte Regeln und Spezifikationen eingehalten werden. Und zwar so, dass eine Korrektur möglich ist, bevor etwas passiert und ein autonomes Fahrzeug beispielsweise die Böschung hinunterfährt“, so Könighofer.
Neue Quantenmaterialien
Anna Gallers Projekt „Electron Dynamics and Correlation in 2D Quantum Materials” befasst sich mit ultradünnen Materialien, die nur aus einer oder wenigen Atomschichten bestehen und dadurch nahezu zweidimensional sind. Diese Quantenmaterialien sind mechanisch flexibel und weisen außergewöhnliche elektronische, optische und magnetische Eigenschaften auf.
Diese lassen sich für jede Materialschicht separat gestalten und durch ein Stapeln der einzelnen Lagen können sich neue Eigenschaften ergeben. Beispielsweise kann ein Metall dann zu einem Isolator werden. Dadurch gelten Quantenmaterialien als wichtige Bausteine für die nächste Generation von Elektronik und Sensoren, etwa für ultradünne und flexible Transistoren oder als ferroelektrische Materialien für Informationsspeicherung.
„In diesem Projekt entwickle ich theoretische und rechnergestützte Quantenvielteilchen-Methoden, um die elektronischen, optischen und magnetischen Eigenschaften dieser Quantenmaterialien vorherzusagen und vielversprechende neue Materialien zu identifizieren, bevor sie im Labor synthetisiert werden“, so Galler: „Zudem untersuche ich, wie Licht genutzt werden kann, um ihr Verhalten zu steuern und anzupassen.“
Alle Preisträger
Die weiteren Preisträger der diesjährigen Astra-Preise sind Mahmoud Abdellatif (Med Uni Graz), Matija Bucic, Katja Fahrion, Bettina Glasl, Sarah Pati (alle Uni Wien), Marta Campiglio (Med Uni Innsbruck), Carlos Eduardo Cancino-Chacón (Uni Linz), Christian Dorninger, Kathrin Göritzer, Jose Julian Valenzuela (alle BOKU), Isabella Fritz (ÖAW), Daniel Hörcher (WU Wien), David Krych (Kunstuni Linz), Anna Lopatina (Med Uni Wien), Anne Sophie Meincke (Uni Klagenfurt) und Fangyuan Yang (TU Wien).
Markus Aspelmeyer wurde mit dem Wittgenstein-Preis 2026 ausgezeichnet. Acht weitere Forschende, die sich für das Jury-Hearing qualifizieren konnten, erhielten eine Anschubfinanzierung: Nicole Amberg, Hannes Vietzen (beide Med Uni Wien), Anaïs Angelo (ÖAW), Markus Faulhuber, Pavel Pokhilko (beide Uni Wien), Katharina Jandl (Med Uni Graz), Yunteng Wang (BOKU) und Scott Zukowski (Uni Graz).
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