Graz/Wien. Das KI-Tool Alawyer soll EU-Unternehmen und Privatpersonen in Rechtsfragen weiterhelfen. Gründer Wolfgang Deutschmann startete zuvor taxado für Steuerberater.
Alawyer, ein neues KI-Tool aus Österreich zur Unterstützung bei der Beantwortung von Rechtsfragen, ist ab sofort verfügbar. Es liefere Privatpersonen wie Unternehmen rechtliche Orientierung auf Basis offizieller Quellen und Fachliteratur, heißt es dazu.
Die dahinterstehende LawAI FlexCo mit Sitz in Graz und Branch Office in Wien wurde von Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann gestartet, der bereits das Portal taxado – eine Recruiting-Hilfe für Steuerkanzleien – gegründet hat. Alawyer ist ebenfalls Teil der Deutschmann Group, zu der auch ado New Media, flashcourse.ai, taxado und Rockets Crowdinvesting gehören.
Alawyer will mit einfacher Zugänglichkeit und der Einsatzfähigkeit in den 11 EU-Staaten (der Rest soll folgen) punkten. Als technische Basis dienen derzeit hauptsächlich mehrere Anthropic-Modelle (die Herstellerfirma von Claude). Allerdings sei das System Modell-agnostisch konzipiert, damit bei Bedarf gewechselt werden kann, heißt es auf Anfrage von Extrajournal.Net. Sämtliche Daten werden laut Alawyer DSGVO-konform in der EU gehostet.
Wie Alawyer sich von der Konkurrenz abheben will
Antworten auf Rechtsfragen geben mittlerweile zahlreiche KI-Tools, darunter auch die großen Player wie Google, OpenAI (ChatGPT) oder Anthropic. Und für die Zielgruppe der Fachprofis haben Fachverlage wie Manz, LexisNexis oder C.H.Beck eigene KI-Rechtstools gestartet, die die riesigen hauseigenen Rechtsarchive der Verlage als Basis einsetzen können.
Alawyer will auf diesem Markt mit einem benutzerfreundlichen Ansatz punkten. Die KI recherchiere auf Grundlage von Gesetzen, Gerichtsentscheidungen, Fachliteratur und anderen offiziellen Quellen wie dem Grundbuch oder dem Firmenbuch. Die Mainstream-Tools liefern dagegen oft schnelle, aber nicht mit Quellen belegbare Antworten, heißt es.
Bei der Recherche folge Alawyer derselben juristischen Methodik, die auch Jurist:innen bei der rechtlichen Recherche anwenden, wird versprochen. Last but not least sollen die Inhalte verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden, sodass den Antworten auch Laien folgen können. „Die Überprüfung der KI-generierten Texte durch eine Expert:in ist dennoch notwendig, da Alawyer weder Rechts- noch Steuerberatung erbringt“, heißt es dazu allerdings sofort – und auch Privatpersonen erhalten, wenn sie das neue KI-Portal aufrufen, zunächst einmal diesen Hinweis als Warn-Popup präsentiert.
„Alawyer soll keine Anwält:innen oder Steuerberater:innen ersetzen“
„Alawyer ist bewusst nicht nur für Juristinnen und Juristen entwickelt und soll auch keinesfalls Anwält:innen oder Steuerberater:innen ersetzen. Im Gegenteil, die KI wurde mit rund 200 Expert:innen entwickelt: Schon jetzt gehören viele von ihnen zu unseren allerersten User:innen und profitieren selbst von dem Paradigmenwechsel im Rechtsbereich“, so Gründer und Geschäftsführer Deutschmann.
Verfügbar sei Alawyer ab sofort mit Gesetzen und Gerichtsentscheidungen aus elf Ländern: neben Österreich und Deutschland zählen Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen, Tschechien, Schweden, Dänemark und Finnland mit dazu. In den kommenden Monaten werde Alawyer für Nutzer:innen aus all diesen Ländern verfügbar sein. Der Rest der EU soll bis zum Jahresende folgen.
Unterstützende Statements zu Alawyer liefern in der Aussendung Patrick Gotthart (Senior Legal Counsel bei Bosch Österreich), Martin Lindner (Manager Legal & Compliance bei Frauscher Sensortechnik und Klaus Gaedke, Geschäftsführer bei Gaedke & Partner Steuerberatung und Präsident der KSW Steiermark.
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