Logistik. Die Open Logistics Foundation startet das Projekt „eLieferschein“ und will damit frei verfügbare Open-Source-Komponenten für digitale Lieferscheine bereitstellen.
Täglich begleiten Millionen Lieferscheine Warenlieferungen durch Europa. Ein standardisiertes digitales Datenmodell dafür gibt es aber nicht. Die Open Logistics Foundation will sich laut Aussendung diesem Thema nun annehmen, hat dafür das Projekt „eLieferschein“ gestartet und will damit in Zukunft frei verfügbare Open-Source-Komponenten bereitstellen, die bestehende Systeme verbinden sollen statt sie zu ersetzen.
Die Hintergründe
Der Lieferschein erfüllt im nationalen Güterverkehr eine zentrale Funktion: Er dokumentiert die Übergabe von Waren, dient als Nachweis und Quittung und begleitet Sendungen durch die gesamte Lieferkette. Weil er dabei vor allem eine operative Pflichtfunktion erfüllt, hat sich seine Digitalisierung historisch kaum koordiniert entwickelt.
Das Ergebnis ist eine fragmentierte Systemlandschaft. Die Open Logistics Foundation will sich nun diesem Problem annehmen und startet das Projekt „eLieferschein“. Den Projektlead habe Markant, Anbieter von verschiedenen Finanz-, Zahlungs-, Supply-Chain- und Marktdaten-Services. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedsunternehmen will man ein offenes Datenmodell für den digitalen Lieferschein erstellen, ergänzt um standardisierte Programmierschnittstellen (APIs) und interoperable Schnittstellen.
Dabei soll aber nicht ein neues Produkt entstehen, sondern branchenübergreifende Interoperabilität: Systeme, Unternehmen und Branchen sollen demnach miteinander kommunizieren können, unabhängig davon, welche Lösung sie heute bereits einsetzen.
Vom eCMR zum eLieferschein
Das Projekt baut auf den Erfahrungen und Komponenten auf, die die Open Logistics Foundation im Projekt eCMR entwickelt habe. Mit dem digitalen Frachtbrief haben die Mitglieder der Open Logistics Foundation gezeigt, dass die Logistikbranche gemeinsam interoperable Open-Source-Standards schaffen kann, heißt es.
Der eLieferschein sei nun der nächste Schritt: Während der eCMR den grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr adressiert, rücke nun ein Dokument in den Fokus, das im nationalen Transportgeschehen eine zentrale Rolle spielt.
Die entwickelten Komponenten sind im Repository der Stiftung frei verfügbar und können im Rahmen der OLF-Lizenz auch kommerziell genutzt werden, heißt es. „Wir fangen nicht bei null an, sondern bauen auf dem auf, was wir mit dem eCMR bereits gemeinsam geschaffen haben“, so Reiner Sailer, Lead Service Owner SupplyChainServices bei Markant: „Das gibt uns eine belastbare technische Grundlage und der Branche einen Vorsprung bei der Digitalisierung ihrer Transportprozesse.“
Offen für Mitbewerber
Das Projekt ist auf Kooperation ausgelegt: Logistikdienstleister, Verlader, Versender und IT-Anbieter sind demnach eingeladen an der Entwicklung des Standards mitzuarbeiten. „Eine motivierte Gruppe von Frontrunner-Unternehmen hat dieses Projekt angestoßen, aber ein Standard lebt von der Vielfalt derer, die ihn nutzen und weiterentwickeln. Je mehr Know-how einfließt, desto robuster und praxistauglicher wird die Lösung für alle“, so Nathalie Böhning, Innovations- und Projektmanagerin der Open Logistics Foundation.
Derzeit sind bei dem Projekt Markant (Project Lead), CargoLedger, DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, Editel, Fraunhofer IML, GS1 Germany, iteratec, Rhenus, Shippeo, Sitra, Tesisquare, Trans.eu, ZeKju und Zunarelli Studio Legale aktiv.
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