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Versunkenes Imperium: Weltgrößter Byzantinistik-Kongress an der Uni Wien

©ejn

Geschichtsforschung. Ab 24. August findet an der Uni Wien der 25. Internationale Byzantinistik-Kongress statt. Er ist der größte seiner Art weltweit.

Das Byzantinische Reich bestand zwischen dem 4. und 15. Jahrhundert an der Schnittstelle von Europa, Asien und Afrika und bestimmte die Entwicklung dieser Weltregionen wesentlich mit. Die Byzantiner traten historisch in die Fußstapfen der alten Römer, sahen sich selbst aber keineswegs als deren Erben, sondern als die unmittelbare Fortsetzung: Alltagssprachlich wie amtlich bezeichneten sie ihr Herrschaftsgebiet einfach als das „Römische Imperium“. Doch die Byzantiner sprachen vor allem Griechisch statt Latein und waren Christen. Auch ihre Hauptstadt wechselte mehrfach den Namen, von Byzanz in der Antike über Konstantinopel im Mittelalter bis Istanbul heute.

Umso mehr wirkte dieses Imperium als Knotenpunkt zwischen Sprachen, Kulturen und Religionen – auch bis nach Österreich, wohin es zwei byzantinische Prinzessinnen im 12. und 13. Jahrhundert als Frauen von Babenberger-Herzögen verschlug.

Von 24. bis 29. August 2026 findet im Hauptgebäude der Uni Wien der 25. Internationale Byzantinistik-Kongress statt. Der Kongress ist laut Aussendung die weltweit größte Veranstaltung rund um die Erforschung des Byzantinischen Reiches und findet alle fünf Jahre statt.

Dieses Mal steht sie unter dem Motto „Byzantium beyond Byzantium“. Wissenschaftler aus rund 50 Ländern werden dazu anreisen und in rund 1.500 Vorträgen neue Ergebnisse ihrer Forschung präsentieren.

Von Kriegen bis Migration

Zentrale Programmpunkte sind unter anderem, wie dieses Imperium über sehr lange Zeit zahlreiche Krisen, Kriege und Seuchen überstehen konnte. Außerdem wird behandelt, wie Byzanz die Vielfalt an Sprachen und Kulturen in seinem Einflussbereich in Einklang bringen konnte und wie das Reich mit Migration, Integration und Konflikten zwischen verschiedenen Gemeinschaften umging.

Ein weiterer Programmpunkt ist die Frage, wie die byzantinische Kultur auch weit jenseits der politischen Grenzen wirken und andere Regionen inspirieren konnte. Dazu werden neueste Methoden der Erforschung von Texten, Handschriften und Kunstwerken aus den Geschichts- und Literaturwissenschaften, der Archäologie und den Naturwissenschaften vorgestellt.

Öffentliche Veranstaltungen und Ausstellungen

  • Begleitet wird der Kongress von mehreren Ausstellungen, darunter der Jahresausstellung im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek unter dem Titel „Spurensuche Byzanz: Fragmente des Griechischen Mittelalters“. Diese Ausstellung ist seit 11. Juni 2026 und noch bis 2.Mai 2027 zu sehen und wurde von Krystina Kubina und Giulia Rossetto von der Uni Wien kuratiert.
  • Nur während der Kongresswoche gibt es im Museum eine Sondervitrine unter dem Titel „Im Zeichen der Siegel: Geschichte und Kultur im östlichen Mittelmeerraum (von der Spätantike zum Mittelalter)“. Schon seit Februar 2026 wird auch eine Reihe von Vorträgen und Stadtrundgängen in Zusammenarbeit mit den Wiener Volkshochschulen angeboten.
  • Während der Kongresswoche im August können Besucher auch ein Konzert historischer Musik aus dem Mittelmeerraum des Ensembles Baroque Arabesque im Hauptgebäude der Uni Wien besuchen. Eine Abendvorstellung zeigt nachgebildete Kostüme der Königsfamilie und des Klerus, die von Wandmalereien aus der Kathedrale von Faras im mittelalterlichen Nubien (heute Sudan) bekannt sind.
  • Zudem wird es in der Griechisch-Orthodoxen Kirche am Fleischmarkt eine Ausstellung von Ikonen aus der Sammlung der Metropolis geben und in den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Postsparkasse am Georg-Coch-Platz eine Ausstellung byzantinischer Münzen.

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