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Peer-Bewertungen sind besser wenn Teams vorher Arbeitsresultate sehen

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WU-Studie. Die Fairness von Peer-Bewertungen – also Beurteilungen der Mitarbeitenden durch ihre Kollegen – hängt stark vom Zeitfaktor ab.

Peer-Bewertungen – also Beurteilungen von Mitarbeitenden durch ihre Kolleg:innen – sind in Unternehmen oftmals die Grundlage für Boni oder Beförderungen. Eine WU-Studie zeigt nun: Wenn Teams ihren Erfolg vor der Peer-Beurteilung von außen bestätigt bekommen, beurteilen sie sich fairer.

Der Zeitpunkt von Beurteilungen ist damit ein entscheidender Hebel für mehr Fairness, so die WU in einer Aussendung zur Studie, die in Accounting, Organizations and Society erschienen ist (Gerhard Speckbacher; Martin Wiernsperger: „Peer evaluations in diverse teams: How external validation of team performance influences ingroup favoritism“).

Wie Verzerrungen entstehen

In Teamarbeit bewerten Mitarbeitende häufig die Leistungen ihrer Kolleg:innen. Dabei kommt es systematisch zu sogenannten Ingroup-Verzerrungen: Personen bewerten Kolleg:innen aus der eigenen Gruppe besser als andere. In diversen Teams fallen Unterschiede – etwa in Herkunft, Geschlecht oder Erfahrung – noch stärker auf.

„In diversen Teams kann es dazu kommen, dass bestimmte Gruppen systematisch schlechter bewertet werden“, erklärt WU-Professor Gerhard Speckbacher. Diese Verzerrungen beeinflussen aber wichtige Entscheidungen wie Boni, Beförderungen oder Gehaltsanpassungen.

Gutes Timing macht Evaluierungen fairer

In zwei Experimenten mit insgesamt 247 Studierenden, die sich dafür freiwillig meldeten, untersuchten Speckbacher und sein Kollege Martin Wiernsperger, wie sich der Zeitpunkt von Peer-Bewertungen auswirkt.

Die Teilnehmenden arbeiteten dabei in Teams und erhielten Feedback über ihren Erfolg entweder vor oder nach der gegenseitigen Bewertung. Das Ergebnis: Fand die Bewertung erst nach bestätigtem Erfolg statt, war sie deutlich weniger verzerrt.

„Wird ein positives Ergebnis von außen bestätigt, identifizieren sich Teammitglieder stärker mit dem gesamten Team. Das schwächt Gruppendenken und reduziert die Bevorzugung der eigenen Gruppe“, so Speckbacher: „Der Zeitpunkt ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Hebel, den Unternehmen gezielt einsetzen können, um Bewertungen fairer zu machen.“

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