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Business, Finanz, Recht

Österreichs Versicherer erzielen bereits 56% der Prämien international

Ringturm der VIG in Wien ©Robert Newald

Wien. Das Auslandsgeschäft der österreichischen Versicherer wächst auf 14,3 Mrd. Euro, so die FMA. Die Nürnberger-Übernahme läutet neue Zeiten ein.

Die fünf international tätigen österreichischen Versicherungsgruppen VIG, UNIQA, GRAWE, Wüstenrot und Merkur haben ihr Auslandsgeschäft im Jahr 2025 laut Finanzmarktaufsicht FMA weiter ausgebaut. Das im Ausland erzielte Prämienvolumen stieg demnach auf €14,3 Mrd. und lag damit um 10,7% über dem Vorjahr.

Damit übertraf das Ausland erneut das heimische Geschäft, das ein Prämienvolumen von €11,3 Mrd. erreichte; der Anteil des Auslandsgeschäfts erhöhte sich damit auf 56%, so der „Foreign Insurance Business Report 2026“ der FMA.

Die wichtigen Märkte

Im Mittelpunkt der österreichischen Versicherer stehen laut dem FMA-Report weiterhin die Märkte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Tschechien und Polen sind mit Anteilen von 22% bzw. 18% am ausländischen Prämienvolumen die mit Abstand wichtigsten Länder.

Weitere Schlüsselmärkte mit jeweils mehr als 5% Anteil am ausländischen Prämienvolumen sind Rumänien, Ungarn, die Türkei und die Slowakei. Zusammen entfallen auf diese sechs Märkte rund 70% des gesamten ausländischen Prämienvolumens.

Neue Akzente durch Nürnberger-Übernahme der VIG

Den höchsten Marktanteil verzeichnen die heimischen Firmen in Tschechien und der Slowakei mit jeweils knapp über 40%, gefolgt von Litauen mit 35% und Rumänien mit 33%.

Für das laufende Jahr ist allerdings eine deutliche Verschiebung des geografischen Schwerpunkts aufgrund der Übernahme der deutschen Nürnberger Versicherung durch die Vienna Insurance Group (VIG) zu erwarten, so die FMA: Es wird damit ein neuer Akzent bei den Märkten westlich der österreichischen Grenzen gesetzt.

Auch die Aufsicht arbeitet international

Besondere Bedeutung haben für die FMA jedoch die Märkte der Beitrittskandidaten zur EU, da sich dort Wachstumschancen mit Fragen der Konvergenz und Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden ergänzen, heißt es.

„Das Auslandsgeschäft ist für die österreichischen Versicherungen längst ein zentraler Bestandteil ihres Geschäftsmodells“, so FMA-Vorständin Mariana Kühnel. „Die breite regionale Aufstellung eröffnet Wachstumschancen in unterschiedlichen Märkten und trägt dazu bei, wirtschaftliche Entwicklungen einzelner Länder besser abzufedern. Deshalb ist eine eng abgestimmte grenzüberschreitende Aufsicht so wichtig. Die FMA ist als Gruppenaufseherin im laufenden Austausch mit den zuständigen Aufsichtsbehörden vor Ort, insbesondere über die europäischen Aufsichtskollegien.“

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