Wien. Der neue Forschungs- und Technologiebericht 2026 stellt Österreichs Forschern gute Noten aus. Doch beim wirtschaftlichen Output gibt es Luft nach oben.
Laut dem Forschungs- und Technologiebericht 2026 liegt Österreich erneut unter den Top-3-Ländern hinsichtlich Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im EU-Vergleich, berichtet die Parlamentskorrespondenz. Österreichs Forschungsquote übertrifft demnach zum 13. Mal in Folge den europäischen Zielwert von 3 %.
Die Statistik Austria schätzte Ende April, dass sie für das Jahr 2026 bei 3,34 % liegen wird. Die Bundesregierung hat sich 4 % als Ziel gesetzt. Das Wachstum der vergangenen Jahre beim Anteil der F&E-Beschäftigten an der gesamten Erwerbsbevölkerung hat sich fortgesetzt und ergibt zum dritten Mal einen Anteil von über 2 %.
Österreich als „Strong Innovator“
Laut dem European Innovation Scoreboard befindet sich Österreich auf dem 8. Platz im EU-Vergleich in der Gruppe der sogenannten „Strong Innovators“. Bei internationalen FTI-Rankings erzielt Österreich bei den MINT-Graduierten Platz 2. Bei den ERC-Grants 2024 (European Research Council) liegt Österreich auf Platz 2.
Österreich hat demnach im EU-Vergleich auch einen überdurchschnittlichen Anteil an Patentanmeldungen im Bereich nachhaltiger Technologien. Bei der Anzahl an Patentmeldungen im Bereich Quantentechnologien hat Österreich die Platzierung im EU-27-Vergleich um einen Rang auf Platz 2 verbessern können.
Zwischen hohen Forschungsaufwendungen und dem tatsächlichen wirtschaftlichen Output wird aber weiterhin ein Missverhältnis festgestellt, heißt es im Bericht. Die Bundesregierung will dies ändern.
FTI-Strategie 2030 und FoFinaG
Der maßgebliche Rahmen für die FTI-Politik Österreichs ist die „FTI-Strategie 2030“. Die Umsetzung der Strategie erfolgt ressortübergreifend über dreijährige FTI-Pakte auf Basis des Forschungsfinanzierungsgesetzes (FoFinaG). Das FoFinaG stellt auch die Grundlage für die Governance der elf zentralen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung und der Forschungsförderung dar.
Ziel der neuen „Industriestrategie Österreich 2035“ ist es, Österreich bis 2035 unter die zehn wettbewerbsfähigsten Industrienationen zu bringen. Zentral ist dabei die sogenannte Schlüsseltechnologie-Offensive. Sie umfasst Künstliche Intelligenz, Halbleiter, fortgeschrittene Produktionstechnologien, Quantentechnologien, Advanced Materials, Life Sciences, Energie- und Umwelttechnologien, Mobilität sowie Luft- und Raumfahrt. Von 2026 bis 2029 sollen für die Schlüsseltechnologie-Offensive rund 2,6 Mrd. Euro bereitgestellt werden.
Weitere Kernelemente der Strategie mit FTI-Bezug sind die Transformations-Offensive, die Stärkung des Technologietransfers und der strategischen öffentlichen Beschaffung, sowie FTI-Beiträge in den Bereichen Weltraum, Kreislaufwirtschaft und Mobilität. Als wichtige Initiativen nennt der Bericht auch das Impulsprogramm „Industrielle Schlüsseltechnologien – Leitbetriebe 2030“, das Förderprogramm „Twin Transition“ und den Startup- und Scale-up-Dachfonds.
Die Umsetzung der FTI-Strategie wird von mehreren Maßnahmen und damit einhergehenden Förderungsaktivitäten auf nationaler Ebene begleitet. Zu diesen zählen etwa die AI Factory, das Förderungsprogramm für KMU „Markt.Einstieg“, die Initiative MINT-Regionen, die Schaffung von Zentren der Forschungs- und Wissenschaftskommunikation sowie der Österreichische Forschungsinfrastruktur-Aktionsplan 2030.
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