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Finanz

Kryptomarkt: Österreich funktioniert völlig anders als Deutschland

Christian Knedelstorfer ©BearingPoint

Marktstudie. Spezialisten wie Bitpanda dominieren den österreichischen Kryptomarkt und liegen weit vor den Banken, so BearingPoint. In Deutschland führt dagegen „Neobank“ Trade Republic.

Damit lassen Österreichs Banken Potenzial im Kryptogeschäft ungenutzt, betitelt das Beratungsunternehmen BearingPoint seine Aussendung zum Thema. Diese kommt übrigens zu einem Zeitpunkt, als das Interesse an Krypto-Assets wie Bitcoin wieder im Zunehmen begriffen ist. Bitcoin ist ja für seine wilden Berg- und Talfahrten bekannt. 2026 zeigte der Kurs vor allem abwärts, doch zumindest vorläufig hat sich das zuletzt geändert: Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung hat im letzten Monat um 20 Prozent zugelegt, auch wenn gegenüber dem Alltimehigh von 126.000 Dollar immer noch fast 50.000 Dollar fehlen.

Der Markt und die Player

Für Kryptowährungen gehen Österreicherinnen und Österreicher bislang vor allem zu spezialisierten Plattformen. Klassische Banken spielen beim Handel mit digitalen Vermögenswerten dagegen kaum eine Rolle. Tatsächlich haben laut BearingPoint bislang nur rund drei Prozent diesen Weg gewählt.

Dabei wäre das Interesse vorhanden: 13 Prozent der Bevölkerung würden für ein Krypto-Investment ein Depot bei ihrer Hausbank nutzen, hat BearingPoint laut den Angaben in einer Studie erhoben. Knapp zwölf Prozent würden über einen Online-Broker investieren, rund zwölf Prozent direkt über eine Kryptobörse und gut neun Prozent über einen Krypto-Broker.

Bitpanda mit großem Abstand an der Spitze

Wer bereits Kryptowährungen handelt, setze in Österreich vor allem auf spezialisierte Anbieter. Bei der Frage nach konkret genutzten Plattformen wird Bitpanda mit großem Abstand am häufigsten genannt. Mehr als vier von zehn Nennungen beim Handel entfallen auf den österreichischen Anbieter. Dahinter folgen Binance und Coinbase. Auch bei der Verwahrung liege Bitpanda klar vorne.

Insgesamt entfalle der Großteil der Nennungen beim Handel auf Krypto-Plattformen und -Börsen. Neo-Broker, Neobanken und Trading-Apps bilden die zweite relevante Anbietergruppe. Klassische Banken kommen dagegen lediglich auf einen kleinen Anteil, heißt es.

„Der österreichische Kryptomarkt hat längst etablierte Kundenzugänge – und diese liegen heute überwiegend außerhalb der klassischen Banken. Spannend ist, dass gleichzeitig jede achte Person grundsätzlich über die eigene Hausbank investieren würde. Für Banken ist der Markt damit keineswegs verschlossen. Sie müssen allerdings entscheiden, ob und wie sie diesen Bedarf künftig bedienen wollen“, so Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint.

In Deutschland liegt Trade Republic an der Spitze

Im Vergleich mit Deutschland zeige sich, wie eigenständig der österreichische Markt funktioniert. Während dort die „Neobank“ Trade Republic beim Handel und bei der Verwahrung von Kryptowährungen an der Spitze liegt, spiele dieser Anbieter in Österreich nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Hier prägt mit Bitpanda vielmehr der Lokalmatador (Hauptsitz ist Wien) den Kundenzugang.

Für Banken sei dieser Unterschied relevant: Strategien und Marktbeobachtungen aus Deutschland lassen sich nicht eins zu eins auf Österreich übertragen. Der Wettbewerb um die Kundenschnittstelle ist hier bereits anders verteilt, so die Berater.

Wer macht auf Dauer das Geschäft?

„Wer vom deutschen Kryptomarkt direkt auf Österreich schließt, greift zu kurz. Der Kundenzugang wird hier von anderen Anbietern besetzt. Für Banken bedeutet das, dass sie den österreichischen Markt aus seiner eigenen Struktur heraus betrachten müssen“, so Knedelstorfer.

Die geringe Nutzung von Banken lasse sich nicht allein mit fehlendem Kundeninteresse erklären. Zwischen der grundsätzlichen Bereitschaft, über die Hausbank zu investieren, und der tatsächlichen Nutzung liege ein deutlicher Abstand. „Der Kundenzugang ist heute klar verteilt, aber noch lange nicht endgültig vergeben“, so Knedelstorfer. Die Banken müssten sich entscheiden, ob sie das Krypto-Business dauerhaft „spezialisierten Plattformen“ überlassen wollen. Also Bitpanda, könnte man die Aussendung zusammenfassen.

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