Konjunktur. Der Einkaufsmanager-Index hat 54,4 Punkte erreicht, der höchste Wert seit 2022. Erstmals seit 40 Monaten wächst wieder der Personalstand der Industrie.
Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex stieg im August auf 54,4 Punkte und erreichte den höchsten Wert seit dem Frühjahr 2022, so eine Aussendung. „Gegenüber dem Vormonat legte der Indikator um 2,9 Punkte zu und liegt damit nun deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten“, so UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.,
Die österreichische Industrie habe ihren Erholungskurs im August deutlich beschleunigt. Rückenwind kam dabei vor allem von der kräftigen Erholung der deutschen Industrie und der steigenden Nachfrage im Rest der Eurozone, so Bruckbauer weiter.
Für den EinkaufsmanagerIndex werden monatlich 300 Einkaufsleiter:innen und Geschäftsführer:innen von Industriebetrieben zu Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung usw. befragt; er wird seit dem Jahr 1998 erhoben. Seit Mitte 2022 bewegte sich der Index ständig unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten – doch seit diesem Sommer ist das anders, und die positiven Signale haben sich zuletzt verstärkt.
Mehr Beschäftigte gesucht
Erstmals seit 40 Monaten erhöhten die österreichischen Industriebetriebe zuletzt auch wieder ihren Personalstand: Mit dem verbesserten Geschäftsumfeld hellte sich auch die Lage am Arbeitsmarkt auf, heißt es weiter. Der Beschäftigungsindex stieg im August auf 51,3 Punkte und signalisiert damit erstmals seit rund 40 Monaten wieder einen Beschäftigungsaufbau in der österreichischen Industrie.
Mit etwas mehr als 618.000 Beschäftigten lag der Personalstand in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres jedoch noch um rund 6.500 Personen unter dem Vorjahreswert.
Die Schattenseiten
Grundsätzlich mache sich Optimismus breit: Der Erwartungsindex für die Produktion stieg demnach auf 61,5 Punkte und erreichte den höchsten Wert seit Beginn des Iran-Konflikts. Anhaltend starker Kostenauftrieb führe allerdings erneut zu Verschlechterung der Ertragslage trotz etwas stärkerer Preissetzungsmacht. Der Aufbau der Bestände an Vormaterialien stand erneut einem Abbau der Bestände an Fertigwaren gegenüber, um die Rohstoffversorgung abzusichern und Preisschwankungen vorzubeugen.
„Die österreichische Industrie dürfte ihren Erholungskurs vorerst fortsetzen. Erstmals seit längerer Zeit steigen Produktion, Aufträge und Beschäftigung gleichzeitig. Gemeinsam mit dem kräftigen Industrieaufschwung in Deutschland bzw. der gesamten Eurozone spricht dies dafür, dass die Erholung inzwischen deutlich breiter abgestützt ist als noch vor wenigen Monaten. Geopolitische Risiken, Lieferkettenprobleme und der hohe Kostendruck bleiben jedoch wesentliche Unsicherheitsfaktoren. Daher wird erst in den kommenden Monaten sichtbar werden, ob das aktuell erreichte Wachstumstempo nachhaltig aufrechterhalten werden kann“, so Bruckbauer zu den Aussichten.
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