Kreislaufwirtschaft. Das Austrian Institute of Technology (AIT) will mit dem Forschungsprojekt RecAL das Recycling von Aluminium in Europa effektiver machen.
Aluminium ist in der Herstellung ressourcen- und energieintensiv. Das Recycling von Aluminium aus bestehenden End-of-Life (EoL)- und Produktionsabfällen benötigt im Gegenzug aber nur lediglich fünf Prozent der Energie, die für die Herstellung von Primärmaterial erforderlich ist.
Ein Problem ist jedoch, dass das Metall mit vielen anderen Elementen legiert ist, die sich kaum wieder voneinander trennen lassen. Die derzeitige Praxis, verschiedene EoL-Legierungen zu mischen, führt damit zu Downcycling und einer Reduktion der verfügbaren Ausgangswertstoffe.
In dem vom AIT-Tochterunternehmen LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen geleiteten EU-Forschungsprojekt RecAL (Recycling technologies for circular ALuminium) wird – gemeinsam mit 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern – nun ein neuartiger Ansatz verfolgt.
Durch neue Recyclingtechnologien, digitale Vernetzung und neue Legierungsstrategien soll das Aluminium-Recycling in Europa laut Aussendung auf eine neue Ebene gehoben werden. Dabei wird jeder Schritt des Produktions- und Wiederverwendungskreislaufs entlang der Wertschöpfungskette betrachtet, heißt es.
Verbesserte Reinheit als Ziel
Ein Ziel von RecAL sind Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Entwickelt werden weiters digital gesteuerte Sortierprozesse.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclat-Ströme, Recyclingtechnologien sowie Produzenten und Abnehmer miteinander verknüpfen soll. Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt.
Dadurch sollen Recyclat-Ströme mit verbesserten Reinheiten geschaffen werden. Ziel ist es, die Akteure europaweit zu vernetzen, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen. Das soll Ressourcen schonen und die CO2-Bilanz der Branche verbessern.
„Mit RecAL wollen wir zeigen, dass High-tech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind“, so Gerald Prantl, Projektleiter am LKR. Das noch bis 2028 laufende ReCal-Projekt wurde 2025 mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet.
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