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Business, Recht

Strabag und Porr: Zwei Österreicher unter weltgrößten Baukonzernen

Gabriele Etzl ©Angelika Schiemer

Top 100. International steht die Baubranche unter Druck, in Europa wächst sie aber um 9 Prozent, so eine Deloitte-Studie.

Nach dem Wachstum der letzten Jahre steht die internationale Baubranche aktuell vor Herausforderungen. Laut „Global Powers of Construction”-Report von Deloitte erzielten die 100 größten börsennotierten Bauunternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 1,972 Billionen US-Dollar – ein leichter Rückgang von 0,4% gegenüber dem Vorjahr. Dabei finden sich erneut zwei Konzerne mit HQ in Österreich unter den Top 100 der Welt, nämlich Porr und Strabag.

Europa wächst, China und USA hecheln hinterher

Bei der Konjunktur am Bau zeigen sich deutliche regionale Unterschiede, so Deloitte: Während insbesondere China und die USA Umsatzrückgänge verzeichneten, konnten die europäischen Baukonzerne ihre Erlöse um rund 9% steigern.

Die längerfristigen Aussichten sind jedenfalls gut, heißt es in dem Report weiter: Während derzeit wirtschaftliche Unsicherheiten, finanzielle Einschränkungen und Herausforderungen in den Lieferketten die Baubranche belasten, bleiben die langfristigen Aussichten demnach robust. Bis 2030 wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5,9% erwartet.

Strabag und Porr erneut unter den Top 100

Trotz starker internationaler Konkurrenz konnten sich im vergangenen Geschäftsjahr erneut zwei österreichische Unternehmen im Ranking behaupten.

  • Die Strabag erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 21,159 Milliarden US-Dollar und verteidigte damit ihre Vorjahresplatzierung auf Rang 21. Zudem verbuchte das heimische Unternehmen mit einem Plus von 105,1% gegenüber dem Vorjahr den stärksten Anstieg der Marktkapitalisierung unter den Top 30.
  • Auch die Porr hat es dieses Jahr wieder unter die Top 100 des Deloitte Rankings geschafft: Mit einem Umsatz von 7,118 Milliarden US-Dollar belegt sie Rang 52 (Vorjahr Platz 51).

Auch wenn die österreichische Bauwirtschaft mit volatilen Rohstoffpreisen, einer unübersichtlichen Zollpolitik und einem anspruchsvollen Zinsumfeld konfrontiert sei, zeigen Strabag und Porr, dass sie sich in diesem herausfordernden Umfeld nicht nur behaupten, sondern gestärkt positionieren können, heißt es weiter: „Die starke Entwicklung der Marktkapitalisierung unterstreicht das Vertrauen des Marktes in die heimischen Baukonzerne und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit“, so Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real Estate bei Deloitte Legal.

China bleibt Spitzenreiter, doch Europa stärkt seine Position

An der Spitze des internationalen Rankings stehen weiterhin fünf chinesische Baukonzerne. Die China State Construction Engineering Corp. Ltd. (CSCEC) führt die Top 100 mit einem Umsatz von 289,688 Milliarden US-Dollar an. Insgesamt erwirtschafteten die chinesischen Unternehmen 2025 rund 48,5% des Gesamtumsatzes der Top 100 und stellen damit nach wie vor den größten Anteil der weltweiten Bautätigkeit. Mit der französischen Vinci-Gruppe und einem Umsatz von 84,343 Milliarden US-Dollar landet das umsatzstärkste europäische Unternehmen auf Platz 6 des Rankings.

„Die europäische Konkurrenz schläft nicht: Während chinesische Baukonzerne 2025 einen Umsatzrückgang von 5,5% verzeichneten, konnten europäische Unternehmen ihre Erlöse um rund 9% steigern. Die Märkte entwickeln sich also zunehmend auseinander – das eröffnet europäischen Baukonzernen die Chance, ihre Position im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken“, so Etzl.

Immer mehr Menschen in Städten: Urbanisierung treibt an

Ein wesentlicher Wachstumstreiber der Branche ist die zunehmende Urbanisierung. Bereits heute lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 werde voraussichtlich fast zwei Drittel des weltweiten Bevölkerungswachstums auf urbane Gebiete entfallen.

Damit einher geht auch eine verstärkte Bautätigkeit. Gleichzeitig setzen die größten Baukonzerne verstärkt auf Diversifizierung und Internationalisierung: Bei den 30 größten Unternehmen entfiel 2025 jeweils rund ein Viertel der Erlöse auf Tätigkeiten außerhalb des klassischen Baugeschäfts sowie auf internationale Märkte. Besonders europäische Konzerne sind global aufgestellt und erwirtschaften 67% ihrer Erlöse außerhalb ihrer Heimatländer.

Die Aussichten

Die Branche habe gute Voraussetzungen, um vom langfristig steigenden Bedarf an Bau- und Infrastrukturleistungen zu profitieren. Entscheidend werde sein, wie gut die Unternehmen neue Märkte und Geschäftsfelder erschließen und sich damit breiter aufstellen. Gerade für europäische Baukonzerne eröffnet die internationale Präsenz zusätzliche Wachstumschancen, heißt es.

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