Hamburg. Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells Cadwalader ließ KI-Tools für Verhandlungsführung mit Kanzlei-Teams gegeneinander antreten.
Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells Cadwalader hat am Standort Hamburg eine interne „AI Negotiation Challenge“ veranstaltet. 50 Anwält:innen aus verschiedenen Praxisgruppen entwickelten und testeten innerhalb eines Tages KI-gestützte Assistenzlösungen für die anwaltliche Verhandlungsführung. Ziel der Veranstaltung war es, in einem geschlossenen IT-Rahmen das Potenzial von KI für komplexe Verhandlungen auszuloten, heißt es dazu. Dabei traten insgesamt 9 Teams gegeneinander an.
Die AI Negotiation Challenge sei Teil der kontinuierlichen Innovationsstrategie der Kanzlei im Bereich Legal Tech und KI. Man investiere seit Jahren konsequent in Innovation und stelle dafür rund fünf Prozent des Jahresumsatzes bereit. Seit fünf Jahren wird außerdem Eltemate aufgebaut, eine der größten Legal-Tech-Plattformen einer Wirtschaftskanzlei. Neben Standardlösungen entwickle die Kanzlei zunehmend spezialisierte KI-Anwendungen für hochregulierte Branchen.
Der Wettbewerb und die Praxis
Die AI Negotiation Challenge war bewusst als Experimentierformat angelegt, eine konkrete Überführung der Challenge-Prototypen in das Eltemate-Portfolio sei aktuell nicht vorgesehen. Sollten sich aus den entwickelten Ansätzen Erkenntnisse ergeben, die für die Produktentwicklung relevant sind, berücksichtige man diese natürlich, heißt es auf Anfrage.
Die Challenge sollte den Teilnehmenden Freiraum bieten, um den strategischen Gesamtkontext einer Verhandlung stärker in den Blick zu nehmen, alternative Handlungsoptionen aufzuzeigen und neue Lösungswege zu erschließen, so Hogan Lovells. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungsfälle aus der Beratungspraxis. Die einzelnen Teams entwickelten sogenannte „AI Negotiation Buddies“ – KI-gestützte Prototypen, die bei der Vorbereitung komplexer Verhandlungen, der Simulation möglicher Verhandlungsszenarien und der strukturierten Auswertung von Verhandlungsergebnissen unterstützen.
Die entwickelten Lösungen mussten sich anschließend in verschiedenen Tests bewähren, unter anderem mit unvollständigen Informationen, bewusst irreführenden Eingaben und Szenarien, in denen Vertraulichkeit und anwaltliche Sorgfalt eine besondere Rolle spielen. Bewertet wurden insbesondere ihr praktischer Nutzen, ihre Transparenz sowie der verantwortungsvolle Umgang mit KI. Eine fünfköpfige-Jury zeichnete die überzeugendsten Konzepte aus.
In der Jury waren Mark Brennan, Dirk Debald, Tanja Eisenblätter, Detlef Haß und Matthias Hirschmann. Das Gewinner-Team bestand aus Jula Koerlings, Friederike Kurzer, Yuri Schramm und Christian Stoll mit einem KI-Assistenten für Verhandlungen über regulatorische Verträge. Als Organisatoren und Coaches waren aktiv: Leopold von Gerlach, Ina Kamps, Daniel Mattig, Morten Petersenn, Philipp Schmidt, Kerstin Schoening und Arne Thiermann.
‚Durch KI tritt persönliche Beratung weiter in den Vordergrund“
„Der verantwortungsvolle Einsatz von KI wird die anwaltliche Arbeit nachhaltig verändern. Die These ist: Die persönliche Bewertung und Beratung wird weiter in den Vordergrund treten, so paradox das klingen mag. Der Hackathon hat eindrucksvoll bewiesen, dass Innovation dort entsteht, wo Menschen gemeinsam Neues ausprobieren und ihre Ideen im Austausch weiterentwickeln. Denn erst wenn technologische Innovation und persönliche Beratung zusammenkommen, entsteht nutzbarer Mehrwert für unsere Mandanten. Genau diese Kultur fördern wir“, so Detlef Haß, Managing Partner von Hogan Lovells Cadwalader in Deutschland.
„Die AI Negotiation Challenge hat gezeigt, dass das Potenzial von KI weit über Effizienzgewinne hinausgeht. Sie unterstützt nicht nur die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Verhandlungen, sondern eröffnet neue strategische Perspektiven, indem sie den Blick auf den Gesamtkontext erweitert und alternative Lösungen sichtbar macht. Der entscheidende Mehrwert liegt darin, Verhandlungen nicht nur besser zu führen, sondern ihren strategischen Rahmen neu zu denken“, so Leopold von Gerlach, Partner und Mitinitiator der Challenge.
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