PR-Experten und Anwälte: Zwei verschieden Welten, ein gemeinsames Ziel

Kommunikationsprofis und Juristen ticken unterschiedlich. Das liegt vor allem an der grundsätzlich differierenden Arbeitsweise: PR-Berater sind es gewohnt, schnell und oft kurzfristig auf Medienanfragen und Krisensituationen zu reagieren. Auch sind PR-Statements so einfach wie möglich und pointiert formuliert. Im Gegensatz dazu arbeiten Anwälte möglichst genau und häufig langwierig an einem Fall. Sie trachten danach, in ihren Texten alle juristischen Eventualitäten zu berücksichtigen und diese rechtlich wasserdicht zu formulieren. Aus juristischen Gründen ist es manchmal auch sinnvoll, in der Öffentlichkeit lieber nichts zu sagen – eine Grundregel der Public Relations lautet hingegen, nicht zu schweigen und frühzeitig sowie eindeutig Stellung zu beziehen.

Die große Herausforderung in der Zusammenarbeit zwischen PR-Experten und Juristen liegt darin, trotz der beschriebenen Gegensätze eine gemeinsame Prozess- und Öffentlichkeitsstrategie für die Beschuldigten zu erarbeiten und die strategischen Ziele dann auch gemeinsam zu verwirklichen. Sich widersprechende und nicht angepasste Strategien haben zur Folge, dass es verstärkt zu negativer und schwer kontrollierbarer medialer Berichterstattung kommt, die dann kaum mehr steuerbar ist.

Eine Abstimmung zwischen Juristen und PR-Experten ist nicht zuletzt auch deshalb wichtig, weil von Betroffenen während des Verfahrens getätigte Aussagen in einem möglichen späteren Prozess einen Nachteil bedeuten könnten. Die Litigation PR vermag nur dann zu funktionieren, wenn es von Beginn an zu einer Verzahnung zwischen der kommunikativen mit der rechtlichen Seite kommt und Kommunikationsberater mit Juristen eng abgestimmt sowie professionell zusammenarbeiten.

Auf den Punkt gebracht bedeutet das:

Gemeinsame Strategie von PR-Profis, Juristen und Betroffenen

Auch wenn die Praxis zeigt, dass der Idealfall einer gemeinsamen strategischen Ausrichtung nicht immer erreicht werden kann, muss dieser doch die Prämisse des Handelns darstellen. Denn sollte es keine gemeinsame Strategie geben, kann es regelmäßig zu Interessenskollisionen mit unter Umständen weitreichenden Folgen kommen.

Regelmäßige Abstimmung zwischen Kommunikationsteam und den Juristen

Es ist unbedingt notwendig, regelmäßige Jour Fixes abzuhalten, um die gemeinsame Strategie an die sich häufig verändernden Rahmenbedingungen anzupassen und um auf neue Herausforderungen, die im Verfahrensverlauf zu Tage treten, adäquat zu reagieren.

Laufende Zusammenarbeit zwischen Anwälten und PR-Beratern

In der täglichen Kommunikationsarbeit kann es regelmäßig zu Situationen und Sachverhalten kommen, die eine Abstimmung der Kommunikationsmaßnahmen mit den Juristen des Betroffenen erforderlich machen. Aussagen in Presseaussendungen und anderen PR-Texten sowie Statements den Fall betreffend müssen von Anwaltsseite juristisch geprüft werden, um etwaige negative rechtliche Folgen zu vermeiden.

Übernahme von Kommunikationsaufgaben durch die Juristen

Auch wenn die primären Kommunikationsagenden von den PR-Experten erfüllt werden, kann es in Einzelfällen sinnvoll sein, dass auch Anwälte direkt Agenden der Pressearbeit übernehmen.

Das White Paper Litigation PR der Kommunikationsagentur Ecker & Partner fasst die jahrelange umfassende Expertise der Agentur im Spezialfeld Rechtskommunikation zusammen – und geht dank einer Reihe von Gastkommentaren und Experteninterviews noch weit darüber hinaus. Unter http://www.eup.at/WhitePaperLitigationPR/index.html steht das White Paper als Livebook zur Verfügung und als PDF zum Download bereit.

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