28. Jun 2021   Business

Auf Urlaub fahren und den Job zuhause lassen: 3 Tipps

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Abschalten wie nie. Für einen entspannten Urlaub müssen Sie sich nur an 3 einfache Regeln halten – eigentlich. Das Problem ist bloß die Umsetzung.

Viele Österreicherinnen und Österreicher sind auch im Urlaub für Arbeitgeber oder Kollegen erreichbar – manche sogar rund um die Uhr. Es wird als Qual empfunden, oder auch als selbstverständlich, jedenfalls aber sieht ein entspannender Urlaub anders aus, meint Patrizia Tonin, Vorstandsmitglied der Österreichischen Vereinigung für Supervision und Coaching.

Sie hat drei einfache Regeln aufgestellt, wie Menschen im Urlaub abschalten können. Die drehen sich dann auch vor allem um das Wort Abschalten. Wobei das Wissen um die Regeln nur die halbe Miete ist, sich auch daran zu halten – nun ja…

Nicht erreichbar sein macht entspannt

„Ständige Erreichbarkeit verhindert Entspannung. Das Gehirn braucht mindestens eine Woche Zeit, bis es richtig abschalten kann. Wer geschäftliche E-Mails beantwortet, verschiebt diese Zeit nur weiter nach hinten“, sagt Tonin.

Gerade während oder nach dieser herausfordernden Zeit sollten sich die Menschen Urlaub ohne Erreichbarkeit und mit viel Abstand – also auch mentalem – zum Arbeitsplatz gönnen. Trotzdem beobachte sie das Phänomen der ständigen Erreichbarkeit bei vielen KlientInnen.

1. Abschalten – buchstäblich!

Wer sich im Urlaub weniger mit technischen Geräten beschäftigt, wird es leichter haben, sich zu entspannen. „Statt die News am Smartphone zu verfolgen, lesen Sie doch einfach eine Tageszeitung. Da gibt es viel weniger ablenkende Faktoren“, empfiehlt Tonin.

Wer trotzdem nicht auf Technologie und Gadgets verzichten möchte, sollte zumindest sicherstellen, dass alle Benachrichtigungen von WhatsApp-Gruppen mit Kollegen, dem Business-E-Mail-Account und ähnlichen Verbindungen zur Arbeit deaktiviert sind. Selbst wenn die Nachrichten an sich keine stressigen Inhalte vermitteln: Das Gehirn wechselt beim Lesen von Nachrichten aus dem Arbeitskontext automatisch wieder sehr schnell in den Arbeits-Modus.

2. Vor dem Urlaub: Projekte abschließen und Vertretung sichern

Wer sich wirklich erholt in den wohlverdienten Urlaub verabschieden möchte, muss wissen: „Nach mir die Sintflut“ gilt nicht. „Man kann sich nicht entspannen, wenn man unerledigte Arbeit oder schlecht informierte Vertretungen zurücklässt“, so Tonin. Außerdem muss man die Probleme letztendlich nach dem Urlaub selbst ausbaden und wird womöglich mit unzufriedenen Kollegen, Kunden und Vorgesetzten konfrontiert – schlechte Voraussetzungen, wenn man abschalten möchte.

Also sollten sich angehende UrlauberInnen nicht auf ihre Abwesenheitsnotiz verlassen, sondern den Arbeitsplatz mit einem guten Gewissen verlassen, empfiehlt sie. Allerdings gelte es auch, ungesunde Glaubenssätze in Frage zu stellen, zum Beispiel „ohne mich geht nichts“ oder sich von einem überhöhten Perfektionismus zu verabschieden.

3. Die Gedanken von der Arbeit lösen

„Nicht an die Arbeit denken“ sagt sich so leicht, fällt aber vielen trotzdem schwer. „Ein Gedanke, den Berufstätige immer im Hinterkopf behalten sollten: Wenn es zu Problemen auf der Arbeit kommt, kann man diese aus der Ferne ohnehin nicht lösen“, erklärt Tonin. Wer seine Projekte abgeschlossen und für Vertretung gesorgt hat, schafft gute Rahmenbedingungen.

Das Wort „Urlaub“ stammt übrigens vom althochdeutschen „urloup“ und bedeutet „Erlaubnis“. „Erlauben Sie sich, die Arbeit hinter sich zu lassen“, rät Tonin. „Es kann hilfreich sein, einmal völlig neue Dinge zu tun. Umgebungswechsel, neue Tätigkeiten… Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und für das, was Sie machen möchten! Nur wer den Moment genießt, also im Hier und Jetzt sein kann, kann richtig abschalten.“

 

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