20. Okt 2016   Business Recht

Klein-Transporteure setzen auf strengere Regeln

Wien. Die Wiener Klein-Transporteure führen für ein besseres Image ab 2017 ein neues Gütesiegel und ein Zertifizierungssystem ein.

Konkret erhofft sich die Fachgruppe der Wiener Klein-Transporteure davon mehr Transparenz für Kunden bringen, wie es heißt. Aktuell sind in Wien 2.000 Klein-Transporteure mit 2.300 Fahrzeugen tätig. Im Jahr 1983 waren es laut den Angaben 65, im Jahr 2000 erst 1.150. Die Branche sei in den letzten Jahren stark gewachsen und auch der Druck innerhalb der Branche steige.

Das rufe auch unseriöse Anbieter auf den Plan, die ihre Geschäfte im Bereich der Citylogistik machen. Leidtragende seien die Kunden und die Branche selbst, die in Verruf gerate. „Für uns ist wichtig, jetzt zu handeln. Wir lassen den schwarzen Schafen keinen Platz mehr. Mit dem neuen KT-Gütesiegel machen wir die seriösen Anbieter für Kunden sichtbar“, so FG-Obfrau Katarina Pokorny.

Die Kriterien zur Verleihung des KT-Gütesiegels sind laut den Angaben:

  • Teilnahme an einem speziell für das KT-Gütesiegel ausgearbeiteten Kurs am Wifi Wien oder Nachweis einer Ausbildung mit gleichwertigem Inhalt
  • Theoretische Inhalte des Kurses: Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Kostenkalkulation (z.B.: Autokauf, Finanzierung, Reifen, Motor, Treibstoff, Arbeitsstunde), richtige Rechnungslegung, Versicherungen, Steuern, Marketing, Kommunikation und Benimmregeln, Internetauftritt, Güterbeförderungsgesetz, Parken und Halten in Wien
  • Praktischer Teil des Kurses: Eintägiges Fahrtechnik- und Ladungssicherungs-Training für den Unternehmer und alle Fahrer
  • Eingesetzte Kleintransportkraftfahrzeuge müssen ein Kennzeichen, das mit KT endet führen (z.B.: W-1234 KT). Dies ist durch eine eigene Verordnung geregelt.
  • Angemietete Kleintransportkraftfahrzeuge müssen ein Kennzeichen, das mit KP endet führen (z.B.: W-1234 KP). Auch dies ist, so wie das „KT-Kennzeichen“, verbindlich vorgeschrieben.
  • Alle zur Güterbeförderung eingesetzten Fahrzeuge müssen im Zulassungsschein die Kennziffer 20 oder den Verwendungszweck für Güterbeförderung vermerkt haben.
  • In jedem Fahrzeug mit KT- oder KP-Kennzeichen wird eine beglaubigte Abschrift des GISA-Auszugs oder des Auszugs aus dem Gewerberegisters (Vorgänger des GISA-Auszugs) mitgeführt.
  • Das Kleintransportgewerbe muss bei der Gewerbebehörde korrekt angemeldet sein.
  • Alle Kraftfahrzeuge verfügen über eine gültige § 57a-Plakette („Pickerl“).
  • Die Fahrzeuge dürfen keine auffälligen Karosserieschäden vorweisen.
  • Eine Transportversicherung muss vorgewiesen werden können.
  • Die Kraftfahrzeuge müssen die geltenden Umweltstandards erfüllen (so dürfen in Wien Lkw schlechter als Euro III-Standard 2016 nicht mehr fahren).

Die ausgezeichneten Unternehmen dürfen das KT-Gütesiegel auf die Fahrertüre jedes Kleintransportkraftfahrzeuges kleben, und es für Drucksorten nutzen. Einmal im Jahr werden die ausgezeichneten Unternehmen zertifiziert. Die Fachgruppe der Wiener Klein-Transporteure übernimmt 50 Prozent der Kurskosten, die in Summe rund 350 Euro pro Teilnehmer ausmachen.

„Wien ist einer der größten Warenumschlagplätze Mitteleuropas. Täglich werden hier rund 130.000 Tonnen umgeschlagen. Dafür braucht es ein leistungsstarkes und funktionierendes Logistiknetz. Die Wiener Kleintransporteure sind ein wichtiger Teil davon. Die KT-Gütesiegel-Initiative wird dazu beitragen, dass die Qualität in der innerstädtischen Güterbeförderung steigt“, so Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien.

 

 

    Weitere Meldungen:

  1. Entscheidungen: Wie man sieht, krankt’s an der Umsetzung
  2. Cross Dock Upper Austria geht an Fonds: Die Berater
  3. H2 macht Wasserstoff-Tankstellen mit Wolf Theiss
  4. Michael Eckelsberger wird DHL Express-Geschäftsführer