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Recht

Österreichs Unternehmen werden transparenter: Immer mehr veröffentlichen ihre Bilanz

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Wien. Die Bereitschaft der österreichischen Unternehmen, Außenstehenden einen Einblick in ihre Bilanzen zu geben, ist 2010 gestiegen, meldet der Kreditschutzverband von 1870 (KSV): Rund 45 Prozent aller veröffentlichungspflichtigen Betriebe haben 2010 ihre Jahresabschlüsse gar nicht oder nur mit veralteten Zahlen im Firmenbuchgericht hinterlegt. Im Jahr hatte der Anteil der Verweigerer noch 55 Prozent betragen.

Dennoch fordert KSV noch eine weitere Steigerung der Transparenz ein. Die Strafen für Nicht-Hinterlegung seien zu gering, die Gerichte bei der Verfolgung der Verweigerer überlastet. Schlusslicht bei der Veröffentlichung ist übrigens Kärnten – die Oberösterreicher sind Veröffentlichungs-Spitzenreiter.

Zur Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse sind in Österreich grundsätzlich alle Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, GmbH & Co KG, AG oder Societas Europaea, SE) verpflichtet, wobei der Umfang der Veröffentlichungspflicht sich nach der Größe des Unternehmens (Bilanzsumme, Beschäftigtenzahl usw.) richtet. Die Hinterlegung muss bis spätestens neun Monate nach dem Bilanzstichtag erfolgen, so der KSV.

Ein Grund für die zögerlichen Veröffentlichungen liege auch in den im Verhältnis zu geringen Geldstrafen, die säumige Unternehmen zahlen müssen. Weitere Gründe seien die Verweigerung aus Tradition, der zu geringe Stellenwert der Bilanzhinterlegung im Unternehmen, die damit verbundenen Kosten sowie der administrative Aufwand. Da die Gerichte zudem häufig gut ausgelastet seien, werde die Ahndung beziehungsweise Bearbeitung der Nicht-Hinterlegungen in Spitzenzeiten verzögert oder blockiert, heißt es beim KSV.

Länderweise Unterschiede

Sehr unterschiedlich ist die Situation in den einzelnen Bundesländern: Mit den genannten 45 Prozent an Bilanzverweigerern liegt Niederösterreich exakt im bundesweiten Durchschnitt, der ebenfalls 45 Prozent ausmacht, so der NÖ-Wirtschaftspressedienst. Angeführt wird das Ranking von Unternehmen in Kärnten, wo 66 Prozent aller veröffentlichungspflichtigen Firmen keine oder nur eine veraltete Bilanz hinterlegen. In Wien sind es 52 Prozent und in der Steiermark 49 Prozent, gefolgt von Vorarlberg und dem Burgenland mit jeweils 46 Prozent. Danach kommen Salzburg mit 39 Prozent und Tirol mit 31 Prozent.

Die offenbar höchste Veröffentlichungsbereitschaft gibt es in Oberösterreich, wo nur 27 Prozent der Firmen keine oder veraltete Bilanzen veröffentlichen.

Link: Kreditschutzverband von 1870 (KSV)

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