06. Mai 2013   Recht

Junganwältetag 2013: Gründerservice für Rechtsanwälte nötig, meint Kammer-Vize Stefan Prochaska

Ohswald, Prochaska ©RAK Wien / Gerhard Bergmann
Ohswald, Prochaska ©RAK Wien / Gerhard Bergmann

Wien. Zum 5. Mal fand heuer der Junganwältetag der Rechtsanwaltskammer Wien statt. Bei dem Informationsservice im Raiffeisen Forum Wien trafen sich rund 70 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, um sich Tipps rund um die Kanzleigründung zu holen, so die RAK Wien.

Behandelt wurden Fragen von der anwaltlichen Spezialisierung über die Zusammenarbeit in Kanzleien bis hin zu Honorargestaltung und Mitarbeiterführung.

„Dieses Service hat schon einen festen Platz in unserem Jahresprogramm“, freut sich Kammerpräsident Michael Auer. Stefan Prochaska, Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Wien und Erfinder des Junganwältetags sieht dringenden Bedarf für ein Gründerservice: „Wir bewegen uns in einem hochkompetitiven Umfeld, in dem Rechtsanwälte resüssieren müssen. Da ist gezielte Planung und Unterstützung beim Aufbau einer Kanzlei unumgänglich.“

Im „Start-up-Café“ wurde den Angaben zufolge intensiv mit den Experten, die sich für die Sache zur Verfügung stellten, diskutiert.

  • Christian Ohswald und Franz Muskovich von Raiffeisen Private Banking informierten über Finanzierung und Businessplan.
  • Christian Lindinger, Managing Partner von Schönherr, beleuchtete die internationale Dimension einer Kanzlei.
  • Markus Fellner, Managing Partner fwp und Dominik Baurecht, Partner bei bppa, besprachen mögliche Hürden bei der Gründung.
  • Percival Pachta-Rayhofen, Partner Matrix Consult, leitete an zur Strategie.

Große Bandbreite

Weitere Referate beschäftigten sich u.a. mit Medienarbeit, Tools und Services für Kanzleien usw.

Schon ganz zu Anfang der Karriere als Anwältin oder Anwalt ist reifliche Überlegung angesagt, rieten die Experten den interessierten künftigen Anwaltskollegen: Fragen wie „Welcher Anwalt will ich werden?“ und das angestrebte Mandantenspektrum kommen ins Spiel. Abzuwägen ist etwa die Flexibilität einer Kleinkanzlei oder gar eines Einzelanwalts versus einer Kanzlei mit Partnern. Es sei durchaus oft die Frage zu stellen, welcher Kanzleitypus zu einem selbst passe.

Die verschiedenen Wege zu einer Finanzierung inklusive Stichworten wie Liquiditätsplan, Businessplan und Selbstbewusstsein bei Honoraren wurden ebenso angesprochen wie Informationstechnik (und -Sicherheit) für Anwälte, Bonitätsauskünfte, der richtige Umgang mit Medienanfragen, Standesregeln und Services der Rechtsanwaltskammern bis hin zum Pensionssystem.

Auch Führungsthemen, Motivation und Strukturen einer Kanzlei u.v.m. kamen zur Sprache.

Link: RAK Wien

 

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