02. Jul 2014   Business

BCG-Studie ortet wachsende Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030

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München. Demografische Veränderungen sind einer der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft.

Der Mangel bzw. Überschuss an Arbeitskräften könnte bereits in naher Zukunft weltweit drastische Formen annehmen. Im Jahr 2030 sollen in Deutschland zwischen 8,4 und zehn Millionen Arbeitskräfte fehlen, prognostiziert eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group (BCG).

BCG untersuchte Angebots- und Nachfragetrends in 25 führenden Volkswirt­schaften – darunter die G-20 –Industrieländer, um die Dimensionen von Mangel und Überschuss an Arbeitskräften für die Jahre 2020 und 2030 zu prognostizieren.

Generell werde bis 2020 in vielen Ländern noch ein Überschuss bestehen; doch bis 2030 werden selbst solche Länder, die zuvor einen großen Überhang an Arbeitskräften aufwiesen, von Arbeitskräftemangel betroffen sein, heißt es in einer Aussendung.

„Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit vieler Länder sind erheblich“, erklärt Rainer Strack, Senior Partner bei BCG und einer der Studien­autoren. „Staaten, Unternehmen und andere Institutionen müssen jetzt handeln, wenn sie langfristig Schaden von ihrer nationalen und regionalen Wirtschaft, aber auch von der Weltwirtschaft abwenden wollen.“

Ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage soll zukünftig eher die Ausnahme als die Regel sein, wobei die Ausprägungen in den einzelnen Regionen sich höchst unterschiedlich gestalten, so Strack.

Massiver Arbeitskräftemangel in Deutschland prognostiziert

In Deutschland sollen bis zum Jahr 2020 bis zu 2,4 Millionen Arbeits­kräfte fehlen. Im Jahr 2030 sollen es bereits zwischen 8,4 und zehn Millionen sein. Ohne Einleitung entsprechender Maßnahmen werde die Bundesrepublik ihre historischen BIP-Wachstumsraten daher nicht mehr erreichen.

Für Brasilien prognostiziert die Studie eine Lücke von bis zu 8,5 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2020, die bis 2030 auf 40,9 Millionen ansteigen soll; das entspreche 33 Prozent der Arbeitskräfte und wäre damit im Jahr 2030 die größte Arbeitskräftelücke der 25 untersuchten Volkswirtschaften.

Chinas Überschuss von 55,2 Millionen bis 75,3 Millionen Arbeitskräften im Jahr 2020 könnte sich laut Studie in einen Mangel von bis zu 24,5 Millionen im Jahr 2030 umkehren.

Die USA sollen voraussichtlich einen Überschuss von 17,1 Millionen bis 22,0 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2020 aufweisen – und auch im Jahr 2030 über ein Plus von dann mindestens 7,4 Millionen Arbeits­kräften verfügen.

Für Frankreich, Großbritannien und Italien wird ein Überschuss im einstelligen Bereich im Jahr 2020 prognostiziert, in der darauffolgenden Dekade jedoch ein Mangel.

Link: BCG

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