30. Jul 2014   Business

Horvath & Partners: Die 12 spannendsten Start-ups mit Online-Finanzdienstleistungen

Michael Hilbert ©Susanne Spiel / Horvath & Partners
Michael Hilbert ©Susanne Spiel / Horvath & Partners

Wien/Stuttgart. Kundenfreundlich, preisgünstig und transparent – unter diesem Motto erobern IT-Start-ups mit Online-Finanzdienstleistungen immer mehr Bankkunden, heißt es beim Beratungsunternehmen Horvath & Partners. Unter den sogenannten „FinTechs“ seien etliche ernstzunehmende Herausforderer der etablierten Anbieter.

„FinTechs bieten keine vollkommen neuen Produkte und Dienstleistungen an, sondern grenzen sich von klassischen Banken und Finanzdienstleistern in erster Linie durch eine spürbar höhere Kundenorientierung ab“, so Ingo Kipker, Studienleiter und Partner bei Horváth & Partners. Er hat die 12 gefährlichsten Finanz-Startups analysiert – von borro (ein Online-Pfandhaus) bis pixelpin (Online-Authentifizierung).

Angebote wie die von nutmeg oder ayondo wollen beispielsweise komplexe Vermögensverwaltung mit nur wenigen Klicks individualisiert und online abschließbar machen.

Auch die Anbieter CurrencyFair und TransferWise bieten mit Währungstransfers eine altbekannte Leistung an – jedoch zu deutlich niedrigeren Preisen, heißt es in einer Aussendung. Und mit Mint bearbeite der Kunde all seine Konten auf einer zentralen Plattform.

Eine lange Liste

Für die Analyse betrachteten die Banken-Experten von Horváth & Partners fünfzig Geschäftsmodelle von Start-ups im Finanzsektor. Anhand der Kriterien Benutzerfreundlichkeit, Massentauglichkeit und Auswirkung auf klassische Finanzdienstleister seien die Top 12-FinTechs ermittelt worden:

  • nutmeg.co.uk, GB und ayondo.de, D (Vermögensverwaltung)
  • marketinvoice.com, GB (Factoring)
  • lendingclub.com, USA (Peer-to-Peer-Kredite)
  • kreditech.com, D (Kreditvergabe)
  • kickstarter.com, USA und seedmatch.de, D (Projekt-, Unternehmensfinanzierung)
  • borro.com, GB (Onlinepfandhaus)
  • currencyfair.com, IRL und transferwise.com, GB (Währungstransfer)
  • mint.com, USA (Kontenmanagement)
  • pixelpin.co.uk, GB (Online-Authentifizierung)
  • photopay.net, GB (Überweisungen)
  • friendsurance.de, D (Versicherungen)

„Seit der Finanzkrise sind viele Kunden skeptisch gegenüber klassischen Banken. Mit transparenten Preismodellen und einer einfachen Darstellung ihrer Leistungen schaffen FinTechs dort Vertrauen, wo es zuletzt fehlte“, so Kipker. „Weil sie Nischenanbieter bzw. Monoliner sind, können sie ihre Leistung gezielter optimieren als eher breit aufgestellte Banken und sind so bemerkenswert kundenfreundlich. Und dank vollautomatisierter Prozesse sind sie obendrein schneller als jeder Bankberater.“

Kreditech analysiere zum Beispiel alle online verfügbaren Daten eines Kreditantragstellers, um seine Bonität zu überprüfen und ein persönliches Kreditangebot zu erstellen. Dies geschieht in weniger als einer Minute.

Chance oder Bedrohung?

Auch in Österreich „kommt die Finanzindustrie durch FinTech-Unternehmen mehr und mehr unter Innovationszwang“, stellt Michael Hilbert, Head of Financial Industries von Horváth & Partners Österreich, fest. Banken und Versicherer sollen von den Stärken der FinTechs lernen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Banken und Versicherer, das eigene Geschäftsmodell sowie die Kundenorientierung zu überprüfen“, betont Kipker.

Auch bei den internen Abläufen lohne sich ein Blick auf die jungen Wilden: wer Prozesse automatisiert gewinne mehr Zeit für den persönlichen Kundenkontakt – und dieser sei nach wie vor ein wichtiges Argument für die klassischen Anbieter.

Link: Horvath & Partners

 

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