20. Nov 2020   Business Tools

Luxusgüterbranche: Auf dickes Plus folgt Corona-Jahr

Orsolya Hegedüs ©Deloitte / feelimage

LVMH, Swarovski & Co. Die Covid-19-Krise verändert die weltweite Luxusgüterbranche, so eine Studie von Deloitte: Neben Digitalisierung punkte auch Nachhaltigkeit.

Der aktuelle Deloitte Report reiht die Top 100 Unternehmen der Luxusgüterbranche auf Basis ihres Umsatzes und analysiert die Lage der Branche. Die größten Luxusunternehmen in Europa sind demnach im letzten Geschäftsjahr weitergewachsen. Im globalen Ranking finden sich bekannte Namen an der Spitze: Die Top 3 belegen LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton, Kering und Estée Lauder. Swarovski findet sich heuer erneut auf Platz 24.

In der Corona-Krise gewinnen nun jedoch Digitalisierung und Investitionen in nachhaltige Technologien am globalen Luxusgütermarkt verstärkt an Bedeutung, heißt es.

34 Milliarden Dollar Umsatz-Zuwachs im Jahr 2019

Laut der Deloitte Studie „Global Powers of Luxury Goods 2020“ erwirtschafteten die 100 umsatzstärksten Vertreter der Luxusgüterbranche im Finanzjahr 2019 einen Gesamtumsatz von 281 Milliarden US-Dollar. Das sind 34 Milliarden US-Dollar mehr als im Jahr davor.

Im globalen Deloitte Ranking sind gerade europäische Luxusunternehmen prominent vertreten. Allen voran dominiert Frankreich mit drei Unternehmen die Top 10:

  • Auf Platz 1 liegt unangefochten die LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton aus Frankreich. Unter ihrem Dach finden sich unter anderem Christian Dior, Fendi, Bulgari oder Marc Jacobs.
  • Auf Platz 2 folgt das ebenfalls in Frankreich ansässige Unternehmen Kering mit den Marken Gucci, Saint Laurent und Balenciaga.
  • Die US-amerikanischen Estée Lauder Companies liegen auf Platz 3.
  • Die Compagnie Financière Richemont aus der Schweiz ist mit Marken wie Cartier, Chloé und Montblanc auf Platz 4 vertreten.
  • Die L’Oréal Luxe kletterte nach oben und landet nun mit Lancôme, Kiehl‘s und Biotherm auf Platz 5.
  • Chanel Limited belegt Platz 6.
  • Das Luxuslabel EssilorLuxottica nimmt mit Marken wie Ray Ban, Oliver Peoples und Oakley Platz 7 ein.
  • Die Chow Tai Fook Jewellery Group (8) sowie die PVH (9) mit Calvin Klein und Tommy Hilfiger rutschen im Vergleich zum Vorjahr jeweils einen Platz nach oben.
  • Auf Platz 10 reiht sich die Swatch Group mit Omega, Breguet und Longines ein.

Aus Österreich behauptet Swarovski Platz 24

Auch der Kristallglashersteller Swarovski behauptet sich im globalen Wettbewerb. Das Luxusunternehmen verzeichnete im Finanzjahr 2019 einen Gesamtumsatz von rund 3 Milliarden US-Dollar. Wie auch schon im Jahr davor belegt der Konzern damit im Ranking den 24. Platz.

„Mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 konnte sich Swarovski im internationalen Ranking gut behaupten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Krise dem Traditionshaus schwer zusetzt“, betont Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Nun geht es darum, sich für den veränderten Markt neu aufzustellen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das ist zweifelsohne mit schmerzhaften Einschnitten verbunden.“

So verändert die Corona-Krise die Luxusgüterbranche

Swarovski sei dabei nur ein Beispiel von vielen: Die Corona-Krise macht heuer auch vor der Luxusgüterbranche nicht Halt und verändert diese maßgeblich. Um die Konsumenten in Zeiten von Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen erreichen zu können, setzen immer mehr Luxusgüterunternehmen auf Digitalisierung.

Die Top-Vertreter der Luxusindustrie verwenden nun häufig künstliche Intelligenz und Augmented Reality-Applikationen, um Verbraucherdaten zu analysieren und somit individuelle Einkaufserlebnisse zu gestalten, heißt es bei Big Four-Multi Deloitte weiter. Digitale Kanäle ermöglichen zudem den direkten Austausch mit den Kunden – serviceorientierte Online-Shops sollen die Konsumenten bereits zu Hause abholen.

Gleichzeitig gewinne das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung: Green Investments stehen hoch im Kurs. Immer mehr Luxusunternehmen stecken sich das Ziel, in den nächsten Jahren mit nachhaltigen Technologien und ökologischen Maßnahmen CO2-neutral zu werden und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Zwar hatten die meisten Unternehmen bereits vor Corona die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit am Radar, doch die Krise beschleunigt die Veränderung. „Gerade junge Käufergruppen haben neue Prioritäten. Sie wollen Luxusmarken, die sich am digitalen Marktplatz innovativ und benutzerfreundlich präsentieren. Außerdem sollen sie den Umweltgedanken nicht außer Acht lassen“, erklärt dazu Hegedüs. „Millennials und die Generation Z werden bis 2025 für die Hälfte des weltweiten Luxusgüterumsatzes sorgen. Daher darf die Branche die Kaufkraft und den Einfluss der neuen Konsumenten nicht unterschätzen.“

 

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