07. Jan 2021   Business

75% der Betriebe trotz Corona positiv gestimmt, so KSV

Ricardo-José Vybiral ©Petra Spiola

Erholung. Eine aktuelle Umfrage des KSV ortet bei 75% der Unternehmen positive Stimmungslage – trotz anhaltender Corona-Pandemie.

Ein Großteil der Betriebe ist von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise zwar unmittelbar betroffen, trotzdem herrscht vielerorts Optimismus, betont der KSV1870 in einer Aussendung. Ungeachtet der Corona-Krise werde bereits das Jahr 2020 von 60% der rund 600 befragten Betriebe grundsätzlich positiv bewertet.

Darüber hinaus starten rund drei Viertel der Unternehmen mit einer positiven Erwartungshaltung ins neue Jahr, so der „Austrian Business QuickCheck“, den der KSV1870 zum Ende des 2. Lockdowns im Dezember 2020 durchgeführt hat.

Prognosen sind schwieriger denn je

Die Corona-Krise hat in Österreich nicht nur zu dramatischen Umsatzeinbußen geführt, sondern sie macht eine klare Zukunftsprognose nach wie vor äußerst schwierig, so die Gläubigerschützer:

  • Während 60% der Befragten das vergangene Jahr trotz wenig erfreulicher Begleitumstände insgesamt positiv bewertet haben, sehen es 40% deutlich negativer, 13% davon „sehr negativ“.
  • Zudem zeigen die Ergebnisse der KSV1870 Umfrage, dass die wirtschaftlichen Konsequenzen der ersten beiden Lockdowns für rund ein Drittel der Unternehmen gleich negativ ausgefallen sind. Für ein Viertel fiel der zweite Lockdown weniger dramatisch aus als der erste, während Lockdown I und II für 17% der Betriebe keine finanziellen Auswirkungen zur Folge hatten.
  • 8% der befragten Unternehmen berichten, dass sich die beiden Lockdowns durchaus positiv auf ihre Finanzen ausgewirkt haben.

Entspannung kommt wohl im 3. Quartal

Trotz der Ereignisse im vergangen Jahr bewertet die heimische Wirtschaft die eigene Stimmungslage in Richtung 2021 mehrheitlich (75%) positiv. „Das Glas wird seitens der heimischen Wirtschaft weiterhin als halbvoll betrachtet. Diese Herangehensweise müssen sich die Betriebe beibehalten, um 2021 wieder voll durchstarten zu können“, so Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.

Etwas mehr als die Hälfte geht von einer Entspannung der wirtschaftlichen Situation im Laufe des Jahres aus – 27% erwarten diese jedoch frühestens im 3. Quartal 2021. Weitere 27% richten ihren Blick hoffnungsvoll ins Jahr 2022, während 11% davon überzeugt sind, dass es frühestens 2025 zu einer wirtschaftlichen Entspannung kommen wird.

Die Top-3-Sorgen

Der KSV1870 hat im Rahmen des Austrian Busines QuickCheck auch gefragt, welche die aktuell größten Sorgen aus Unternehmenssicht sind.

  • Wie schon in den vergangenen Monaten dreht sich nach wie vor alles um die Frage, wann die Corona-Krise endet: Für 52% ist diese Unsicherheit die aktuell größte Sorge.
  • Dahinter folgen mit 40% die Gefahr einer Covid-19-Infektion der Mitarbeiter und
  • die Ungewissheit, wie es nach der Pandemie aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht weitergeht (38%).
  • Darüber hinaus sorgen der Zahlungsverzug von Kunden (32%) und
  • der Umstand, dass Mitarbeiter (wieder) in Kurzarbeit geschickt werden müssen (25%) für gehöriges Kopfzerbrechen.

Steuerentlastungen sollen Wirtschaft ankurbeln

Wie der wirtschaftliche Turnaround geschafft werden soll, dazu haben die Unternehmer sehr konkrete Vorstellungen:

  • 78% erwarten sich vielfältige Steuerentlastungen (insbesondere bei der Lohnsteuer),
  • 50% befürworten umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Arbeitslosigkeit und
  • 39% sehen in der Liberalisierung des Arbeitsrechts (u.a. Home Office, Arbeitszeitliberalisierung) großes Potenzial.

„Damit wir uns auf die nachhaltige Stärkung der heimischen Wirtschaft konzentrieren können, wird es notwendig sein, den Krisenaktionismus hinter uns zu lassen und stattdessen zu einer wettbewerbsorientierten Volkswirtschaft zurückzukehren“, so KSV-Chef Vybiral.

Die Studie

Der KSV1870 hat laut den Angaben für den 3. Austrian Business QuickCheck gemeinsam mit Marketagent rund 600 Unternehmen zu den unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Krise auf ihren Betrieb befragt, und zwar zum Ende des zweiten Lockdowns im Dezember 2020 .

 

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