07. Mrz 2022   Business Finanz Recht

Immofinanz-Tauziehen mit bpv Hügel, Schönherr, Wolf Theiss

myhive Twin Towers am Wienerberg ©Immofinanz

Wien. Kanzlei bpv Hügel hat Immofinanz zu den konkurrierenden Übernahmeangeboten von CPI und S Immo beraten. Auch Schönherr und Wolf Theiss waren tätig.

Immofinanz ist ein im Wiener Top-Börseindex ATX gelisteter Immobilienkonzern und gehört mit Assets im Volumen von rund fünf Milliarden Euro zu den großen Playern am Markt. Nach dem Ende des Wettbietens hat Immofinanz nun mit CPI einen neuen Mehrheitseigentümer.

Der Bieterwettbewerb zwischen CPI Property Group S.A. und S IMMO AG war insofern eine Premiere am österreichischen Markt, als erstmals seit Einführung des Übernahmerechts im Jahr 1999 für eine Gesellschaft konkurrierende öffentliche Übernahmeangebote erstattet wurden, heißt es bei der Kanzlei bpv Hügel, die vom Immofinanz-Vorstand eingeschaltet wurde. Der Aufsichtsrat der Immofinanz wurde von Schönherr beraten, Wolf Theiss war für CPI tätig.

Eine Historie in drei Phasen

  • Den Anfang setzte CPI im Dezember 2021 und kündigte ein antizipatorisches Pflichtangebot für alle Aktien und Wandelschuldverschreibungen der Immofinanz an. Der Anteil von CPI betrug (zusammen mit einem vereinbarten Paketerwerb) zu diesem Zeitpunkt bereits rund 32%.
  • Die ebenfalls an der Immofinanz beteiligte S Immo veröffentlichte daraufhin zur Aufstockung ihrer Beteiligung ein konkurrierendes Teilangebot auf 10% zu einem höheren Angebotspreis.
  • Durch einen weiteren Paketerwerb und Vereinbarung mit S Immo zum Verkauf deren Beteiligung hat CPI Anfang März 2022 mit dem Angebot – mit einem von € 21,20 auf € 23,00 erhöhten Angebotspreis – eine Mehrheitsbeteiligung an Immofinanz erlangt.

Die Unternehmen

  • Immofinanz ist ein gewerblicher Immobilienkonzern mit Fokus auf die Segmente Büro und Einzelhandel in Kernmärkten in Zentral- und Osteuropa mit einem Immobilienvermögen von rund fünf Milliarden Euro. Immofinanz-Aktien sind an den Börsen in Wien (Leitindex ATX) und Warschau gelistet.
  • CPI ist ein führender gewerblicher Immobilienkonzern mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa (CEE) mit einem Immobilienportfolio von rund 11,2 Milliarden Euro (Stand 30.06.2021). Aktien der CPI notieren an der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard).

Die Kanzleien

bpv Hügel ist laut den Angaben zur Beratung der Immofinanz vom Vorstand zugezogen worden und hat zu allen Aspekten der Transaktion, im Übernahme-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht sowie Kartellrecht beraten. Neben den erstmals konkurrierend erstattenden Übernahmeangeboten hatte die Transaktion auch durch die bestehende rd 26%-Beteiligung von Immofinanz an S Immo und einem parallelen rd 16%-Beteiligungserwerb der CPI an S Immo einen hohen Komplexitätsgrad, heißt es weiter.

Im bpv Hügel-Team waren unter der Federführung von Christoph Nauer (Partner, Capital Markets, Corporate/M&A), Daniel Reiter (Partner, Corporate/M&A, Capital Markets), Astrid Ablasser-Neuhuber (Partnerin, Kartellrecht), Nicolas Wolski (Partner, Steuerrecht), Roland Juill (Corporate/M&A, Capital Markets), Johannes Mitterecker (Corporate/M&A), Sebastian Reiter (Kartellrecht) und Barbara Valente (Capital Markets, Corporate/M&A).

Das Schönherr-Team, das den Aufsichtsrat der Immofinanz beriet, bestand aus Sascha Hödl (Partner) und Sascha Schulz (Counsel). CPI hatte Wolf Theiss zur Seite.

 

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