02. Dez 2011   Recht

CMS vergleicht die Rechtslage rund um umweltfreundliche Immobilien in 21 europäischen Staaten

Stefanie Werinos © CMS

Wien. Die Anwaltssozietät CMS hat soeben die erste paneuropäische Studie über Grüne Klauseln bei Bestandverträgen von Immobilien publiziert. Verglichen wurden die bestehenden Rechtslagen und die Marktpraktiken in 21 europäischen Staaten.

Das Ergebnis: Im Moment gibt es in Europa wenig Konsens für einen einheitlichen Standard bei der Energiezertifizierung.

Für die Studie haben die Immobilienrechtsexperten von CMS die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktpraktiken in Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Schweiz, der Ukraine und im Vereinigten Königreich (einschließlich England & Wales, Nordirland und Schottland) untersucht.

In Österreich waren an der Erstellung der Studie Partner Nikolaus Weselik, Rechtsanwältin Stefanie Werinos und Rechtsanwaltsanwärter Martin Trapichler beteiligt.

„Wir sehen eine große Konzentration auf umweltfreundliche Gebäude und wollten herausfinden, was sich diesbezüglich in Europa tut und dabei die besten Verfahrensweisen herausarbeiten. Die Studie versorgt Investoren, und Nutzer mit genauen Informationen darüber, wie sie sicherstellen können, dass Gebäude während ihrer gesamten Nutzungsdauer grün bleiben“, erklärt Partner Nikolaus Weselik.

Die Studie zeigt einen zunehmenden Einsatz „grüner“ Klauseln inmitten eines Patchworks aus Bestimmungen und Marktpraktiken. „Das sollte uns nicht erstaunen“, so die Umweltrechtsexpertin Werinos, „denn umweltfreundliche und nachhaltige Gebäude setzen sich erst langsam in Europa durch. In einer Region, die das Kyoto Protokoll voll unterstützt, sorgen sie für eine Verringerung der Emissionen und des Energieverbrauchs. Deshalb ist es so wichtig, sicherzustellen, dass Gebäude während ihrer gesamten Nutzungsdauer grün bleiben, um die Investitionen auch in Zukunft abzusichern.“

Keinen einheitlichen Standard

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass es im Moment wenig Konsens für einen einheitlichen Standard für die Energiezertifizierung gibt.

Die zunehmende Nutzung von drei führenden Standards – LEED (Leadership in Energy and Environment Design) und BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) in einigen Ländern eng gefolgt von DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) – zeige die wachsende Bedeutung der Zertifizierung in ganz Europa, allerdings mit großen Unterschieden in den einzelnen Ländern, heißt es.

So wurde beispielsweise in Österreich erstmals im Jahr 2010 eine Gebäude LEED-zertifiziert. Einige Staaten wie  Belgien, die Tschechische Republik, Frankreich und Italien, würden eigene, nationale Standards entwickeln, während andere Länder wie die Niederlande und Polen auf internationale Standards setzen, die sie aber auf ihre nationalen Bedürfnisse zuschneiden würden, heißt es.

Zertifizierungen nicht vergleichbar

„Diese Zertifizierungen sind sehr nützlich, aber nicht vollständig miteinander vergleichbar. Und dies kann sehr verwirrend sein, sowohl für Investoren als auch für die Nutzer. Eine nationale Harmonisierung der Standards wäre für die gesamte europäische Immobilienwirtschaft von Vorteil. Bedenkt man jedoch, wie gering gegenwärtig der Anteil der Neubauten am gesamten Gebäudebestand ist, dann ist die aufkommende Zertifizierung für bereits bestehende Gebäude eine positive Entwicklung“, so Weselik.

In ganz Europa seien die Anreize für Hausbesitzer, ihre Gebäude im Hinblick auf die Energieeffizienz auf dem neuesten Stand zu halten, allerdings recht begrenzt, so CMS.

In Anbetracht der neuen Zertifizierungsstandards für bestehende Gebäude und angesichts des hohen Bestandes an bereits existierenden Gebäuden in Europa, vertreten die Experten von CMS die Meinung, dass die verantwortlichen Behörden die Anreize für Hausbesitzer und Bestandnehmer ausweiten sollten.

Link: CMS

Link: CMS e-Guide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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