14. Mai 2013   Steuer Tipps

Neue Vermögenssteuer: WKÖ berechnet mögliche Steuerlast für Betriebe

Christoph Leitl ©WKÖ
WKÖ-Präsident Christoph Leitl ©WKÖ

Wien. Neue Steuern auf Vermögens bzw. Eigentum würden heimische Betriebe unabhängig von Gewinn oder Verlust in der Substanz treffen und damit Arbeitsplätze gefährden – das meint jedenfalls die Wirtschaftskammer Österreich. Zur Untermauerung legt die WKÖ eine Studie der KMU Forschung Austria vor, in der die zusätzliche Steuerbelastung für typische Mittelbetriebe errechnet wird.

Demnach würde etwa ein Tischlereibetrieb mit 100 Mitarbeitern zwischen 27.000 und knapp 67.000 Euro mehr bezahlen müssen – wenn neue Steuern auf Vermögen kommen, wie sie u.a. AK-Präsident Rudolf Kaske fordert. Die Arbeiterkammer wieder untermauert ihre Forderung mit dem Hinweis, dass die Vermögensbesteuerung in Österreich nicht einmal halb so hoch sei wie im EU–Schnitt.

Österreich liegt bereits jetzt im EU-Spitzenfeld bei der Steuer- und Abgabenlast, beklagt die WKÖ in einer Aussendung. Vor diesem Hintergrund liefere man Fakten auf Basis einer Studie der KMU Forschung Austria „zu den erwartbaren Auswirkungen von neuen Eigentums- und Vermögenssteuern auf Betriebe unterschiedlicher Größen und Sparten“.

„Aus der Praxis“

Die Beispiele beruhen auf Daten jener Betriebe, die sich in der Bilanzdatenbank der KMU Forschung Austria befinden und spiegeln damit die betriebliche Situation genau wieder, heißt es. Ein mittelständischer Tischlereibetrieb im Osten Österreichs wäre laut WKÖ in folgender Weise von etwaigen Eigentumssteuern betroffen:

  • Im Jahr 2010 waren im Durchschnitt etwa 100 Personen in diesem Betrieb beschäftigt. Der Jahresumsatz belief sich auf rund 18 Mio Euro und das Unternehmensergebnis (vor Ertragssteuern) betrug rd. Euro 1,2 Mio. Somit waren etwa Euro 300.000,- an Körperschaftssteuer zu bezahlen sowie im Falle von Gewinnausschüttungen die entsprechende Kapitalertragssteuer.
  • Das Reinvermögen betrug Ende 2010 rd. Euro 10 Mio. Eine Immobilie befindet sich im Betriebsvermögen.

Bei einem Steuersatz von 0,3 % und einem Freibetrag von Euro 1 Mio ergäbe sich eine jährliche Vermögenssteuer in Höhe von rd. Euro 27.000,-; bei einem Freibetrag von Euro 0,5 Mio liege die Steuer bei etwa Euro 28.500,-. Und bei einem Steuersatz in Höhe von 0,7 % würde die Vermögenssteuer je nach Freibetrag zwischen 63.000 und 66.500 Euro liegen, heißt es.

Rudolf Kaske Credit Arbeiterkammer
Rudolf Kaske ©AK

Der Hintergrund: Neulich hat Arbeiterkammer (AK)-Präsident Rudolf Kaske – er amtiert seit März 2013 – eine höhere Besteuerung von Vermögen in Österreich gefordert – so wie auch weitere Politiker und Interessengruppen.

Kaske Vorschlag lautet konkret: Vermögen vom mehr als einer Million Euro in Geld- oder Sachwerten sollen jährlich mit 0,5 Prozent besteuert werden (ab 2 Mio. Euro: 1 Prozent; ab 3 Mio. Euro: 1,5 Prozent). Bei 1,5 Mio. Euro Vermögen seien das „2.500 Euro pro Jahr, eine zumutbare Summe“, so Kaske öffentlich.

Laut AK kommen in Österreich 2,3 Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern, im EU-Schnitt sind es 6,6 Prozent.

Link: WKÖ

Link: KMU Forschung

 

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