15. Apr 2014   Business

Coface ortet neue Schwellenländer für die 2020er Jahre: Kolumbien, Indonesien, Peru, Philippinen und Sri Lanka

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Wien/Paris. Nach zehn Jahren außerordentlichen Wachstums gelten jetzt weniger rosige Prognosen für die großen Schwellenländer, geläufig unter der Abkürzung BRICS: Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika.

Das vom Kreditversicherer Coface für 2014 erwartete Wachstum liegt um 3,2% unter dem Durchschnittswert des vergangenen Jahrzehnts. Doch gleichzeitig beschleunigen andere Schwellenländer ihre wirtschaftliche Entwicklung, so  Coface: gute Aussichten auf höhere Produktion und außerdem die nötige gute finanzielle Ausstattung haben demnach Kolumbien, Indonesien, Peru, die Philippinen und Sri Lanka.

Dagegen gelte für Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und Äthiopien zwar ebenfalls ein grundsätzlich relativ günstiges Szenario, doch sei das Geschäftsumfeld hier deutlich schlechter.

Dagegen wachsen die BRICS-Länder trotz weiter günstigen Nachfrage seitens der Verbraucher langsamer. Ursachen seien zum einen die erforderlichen Anpassungen in den Bereichen Produktion und Zulieferung, zum anderen ein deutlicher Rückgang an Investitionen. Die einheimischen Produzenten verfügen somit nicht mehr über ausreichende Kapazitäten, um die weiter starke Nachfrage befriedigen zu können, so Coface in einer Aussendung.

Zwei Gruppen von neuen Schwellenländern

Coface hat zehn aufstrebende Länder identifiziert, die die wichtigsten Kriterien erfüllen. Da sich die Staaten jedoch in ihrem jeweiligen Geschäftsumfeld unterscheiden, unterteilt Coface die „Top 10“ in zwei Gruppen:

  1. Kolumbien, Indonesien, Peru, die Philippinen und Sri Lanka haben ein stabiles Geschäftsumfeld (Coface-Bewertung A4 oder B), vergleichbar mit den BRICS-Ländern.
  2. Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und Äthiopien haben ein sehr (C) oder extrem problematisches (D) Geschäftsumfeld, das deren Wirtschaftswachstum erschweren könnte.

„Natürlich wird es für die zweite Gruppe schwieriger. Diese Länder werden länger brauchen, um ihr Wachstumspotenzial voll zu entfalten. Allerdings sind ihre Probleme mit dem Geschäftsumfeld relativ zu sehen: Von 2001 an war die Governance in Brasilien, China, Indien und Russland mit der heutigen in Kenia, Tansania, Sambia, Bangladesch und Äthiopien vergleichbar“, sagt Julien Marcilly, Leiter Country Risk Coface.

Zweifellos gebe es aber einige Schwächen der „neuen aufstrebenden“ Länder im Vergleich zu den BRIC-Ländern in den 2000er Jahren (BRIC-Länder statt BRICS-Länder, da Südafrika in den 2000er Jahren noch nicht bei den wichtigsten Schwellenländern angeführt wurde und daher hier nicht berücksichtigt wird): Zum einen repräsentieren die „Top 10“-Länder derzeit nur 11 Prozent der Weltbevölkerung, während die BRIC 2001 zusammen 43 Prozent ausmachten. Zum anderen erreicht ihr BIP nur 70 Prozent von dem der BRIC-Staaten im Jahr 2001. Außerdem erwirtschafteten die BRIC-Länder im Durchschnitt einen Leistungsbilanzüberschuss, während die „neuen aufstrebenden“ Staaten ein Defizit von rund sechs Prozent des BIP verbuchen.

Nicht Export sondern Binnenmarkt schiebt an

„Da die Industrieländer aus strukturellen Gründen heute weniger wachsen, werden die ‚Top 10‘-Länder – im Vergleich mit den BRIC in den 2000er Jahren – weniger von den Exporten in die Industrieländer profitieren. Ihre Wachstumsraten werden mehr vom Binnenmarkt sowie vom Export in andere Schwellenländer abhängen“, erklärt Marcilly.

Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen haben die „neuen aufstrebenden“ Länder auch Vorteile gegenüber den BRIC-Staaten im Jahr 2001. Ihre Inflationsraten sind rund 2,8 Prozent niedriger als damals jene der BRIC. Die Staatsverschuldung liegt bei rund 40 Prozent des BIP im Vergleich zu 54 Prozent der BRIC-Länder vor 13 Jahren.

Link: Coface

 

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