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Business, M&A, Recht

Deutscher M&A Markt heuer ohne Sommerloch

Frankfurt. Der internationale M&A-Markt zeigte sich diesen Sommer stark: Das Volumen der großen Deals hat mittlerweile das bisherige Rekord-Hoch der Dotcom-Ära übertroffen. Auch die während des M&A-Booms Mitte des letzten Jahrzehnts erzielten Volumina wurden übertroffen, so die „M&A-Insights“ von Allen & Overy. Ohne sommerbedingte Ermüdung präsentierte sich demnach auch der deutsche M&A-Markt im dritten Quartal 2015. 

In allen Marktsegmenten war große Aktivität zu verzeichnen. Insgesamt erreichten die Aktivitäten im dritten Quartal ein Transaktionsvolumen von rund 53 Milliarden Euro

„Die internationalen Mega-Deals sind von einem Umfeld getrieben, in dem viele Unternehmen nach der Lehman-Krise große Positionen liquider Mittel aufgebaut haben, die jetzt auf Drängen der Investoren ausgeschüttet oder investiert werden müssen“, so Corporate/M&A-Partner Michael J. Ulmer. Die niedrigen Zinsen ermöglichten weiterhin eine günstige Finanzierung. Zudem sei in vielen Branchen Umsatzwachstum mittlerweile fast nur noch über transformatorische Transaktionen zu erzielen.

Große Transaktionen

Unter den hochkarätigen Deals im deutschen M&A-Geschehen sind im dritten Quartal unter anderen die geplante Übernahme der LEG durch ihre Wettbewerberin Deutsche Wohnen für rund 4,6 Milliarden Euro oder die Beteiligung des saudischen Petrochemie-Konzerns Saudi Aramco am Kautschukgeschäft von Lanxess mit einem Transaktionsvolumen von rund 2,75 Milliarden Euro zu nennen.

Einen wesentlichen Anteil am lebhaften dritten Quartal 2015 haben laut der Studie erneut Private Equity Investoren. So konnte sich nach einem intensiven Bieter-Wettstreit ein Konsortium unter Führung von Allianz Capital Partners für rund 3,5 Milliarden Euro die Tank & Rast Gruppe von Terra Firma und DB RREEF sichern, und die Deutsche Börse erwarb für rund 725 Millionen Euro die Handelsplattform 360T vom Großaktionär Summit Partners und weiteren Gesellschaftern.

Auch der Kapitalmarkt zeigte sich zunächst robust und bot gute Rahmenbedingungen für das M&A-Geschehen. Dies beweise u.a. der erfolgreiche Börsengang der pbb Deutsche Pfandbriefbank zu Beginn des dritten Quartals – mit einem Erlös von rund 1 Milliarde Euro der bis dahin größte Börsengang 2015. Aktuell stehen eine ganze Reihe hochkarätiger IPOs bevor. So streben etwa Schaeffler und Hapag-Lloyd an die Börse. Der mit bis zu 1,4 Milliarden Euro taxierte Börsengang von Scout24 ermögliche auch Finanzinvestoren einen vergleichsweise zügigen Ausstieg aus deren Investment. Das Volumen des IPO von Covestro von ursprünglich bis zu 2,5 Milliarden Euro musste zwar auf 1,5 Milliarden Euro gekürzt werden, dennoch kann der Börsengang als Erfolg gelten.

Fragezeichen um VW

„Die aktuellen Unruhen um Volkswagen stellen eine beachtliche Hürde, insbesondere für die großvolumigen Vorhaben dar. Ob der deutsche M&A-Markt insgesamt das hohe Niveau auch im vierten Quartal halten kann, wird wesentlich von den Reaktionen der Marktteilnehmer auf die weiteren Entwicklung dort abhängen“, so Ulmer. „Bislang lieferte der Kapitalmarkt beste Rahmenbedingungen für M&A-Aktivitäten – auch für das in diesem Zusammenhang erforderliche Vertrauen. Inwieweit dies auch weiterhin der Fall sein kann, werden die bevorstehenden Börsengänge zeigen.“

Link: Allen & Overy

 

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